«Zwei Jahre sind seit diesem brutalen Mord in Gaza vergangen: an Hind, sechs Jahre alt, und ihrer zwölfjährigen Cousine Lajan, an der gesamten Familie ihres Onkels und an den zwei Sanitätern, die Hind an jenem 29. Januar 2024 hätten retten sollen. Kaouther Ben Hanias Film »Die Stimme von Hind Rajab«, der inzwischen für den Oscar nominiert wurde, zeigt die Tragödie in allen Details. Er läuft derzeit in deutschen Kinos.»
«Wenige Monate nach Hind wurden die neugeborenen Zwillinge Asser und Aysel sowie ihre Mutter und Großmutter durch israelische Bomben getötet – der Vater überlebte, weil er die Geburt registrieren lassen wollte. Es war ein weiteres der unzähligen Kriegsverbrechen. Seit Beginn des weltweit und vor allem in Deutschland gefeierten »Waffenstillstands« wurden in Gaza 100 Kinder getötet, wie UNICEF Mitte Januar meldete. Und fast täglich kommen weitere dazu. »Save the Children« ermittelte in einem Bericht, dass die völkermörderische israelische Armee zwischen Oktober 2023 und September 2025 das Leben von 20.000 Kindern beendete. Mehr als 1.000 Babys gehörten zu den Opfern, Babys, die kein Jahr alt werden durften.»
«In der Westbank ist die Lage nicht viel besser. 2025 wurden dort 54 Kinder von Armee und Siedlern umgebracht…Auch in der Westbank werden Kinder ermordet. Am 21. Februar 2025 erschoss die Armee die achtjährige Dschannat Mutawar in Sair bei Hebron in der elterlichen Wohnung. Dschannat hatte versucht, ihren kleinen Bruder vom Fenster wegzuziehen, damit er nicht getroffen wird.»
«In der Westbank setzt der israelische Siedlerkolonialismus derweil sein Werk der Unterdrückung und Zerstörung fort. Kein Tag vergeht ohne Meldungen von Häuserzerstörungen und Vertreibung der Bewohner. Die Knesset hat vor wenigen Tagen ein Gesetz verabschiedet, das Palästinensern mit einem Abschluss an einer palästinensischen Universität verbietet, an Schulen in Jerusalem tätig zu sein: Wer soll nun dort unterrichten, wenn es keine Lehrer mehr gibt? Selbst ein harmloses Jugenddorf in Kufr Naama bei Jerusalem wird permanent von Siedlern – geschützt von der Armee – angegriffen. Am Donnerstag besuchte eine Delegation von EU-Vertretern in Palästina das Dorf, um Solidarität zu zeigen, wie Al-Dschasira live berichtete. Siedler attackierten dabei die Sicherheitsleute der Diplomaten. Niemand ist sicher vor diesen völkermörderischen Rassisten.»
Anmerkung: Es wundert mich mittlerweile nicht mehr, dass es so viele mörderische Rassisten auf der Welt gibt. Dass aber Deutschland schwerste Verbrechen an den Palästinensern unterstützt und fördert, das hätte ich bis vor Kurzem aber nicht für möglich gehalten. Denn ich dachte, gerade Deutschland hätte aus seiner düsteren Vergangenheit gelernt. Vom Schurkenstaat USA ist man dagegen blutige Verbrechen seit jeher gewohnt und erwartet auch nichts anderes mehr. Daher hatte ich schon lange den Verdacht, dass das ganze Geschwafel im Westen von Werten und Völkerrecht in Wahrheit mehrheitlich eine barbarische Heuchelei ist. Der globale Süden hatte das schon lange erkannt. Ich jetzt auch.
https://www.jungewelt.de/artikel/516634.brief-aus-jerusalem-das-leid-der-kinder.html
