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Verfasst von Dr. med. Michael Greger

Die Grundlage der Krebsprävention sind Pflanzen, nicht Pillen.

„Der Grossteil der Krebsforschung konzentriert sich auf die Suche nach Heilmitteln, anstatt neue Wege zur Prävention zu finden. Die Folgen dieser verzerrten Prioritätensetzung sind deutlich sichtbar.“ Es ist fast 55 Jahre her, dass Präsident Richard Nixon dem Krebs den Krieg erklärte, doch die Todesfälle durch die häufigsten Krebsarten in den Vereinigten Staaten sind weiterhin ungebremst.

„Wir haben das Wesen von Krebs bisher falsch betrachtet. Brustkrebs entsteht nicht erst, wenn man einen Knoten ertastet oder ihn in der Mammografie entdeckt. Alle häufigen epithelialen Krebsarten (Lungen-, Darm-, Brust-, Prostata-, Bauchspeicheldrüsen- und Eierstockkrebs), die für die meisten Todesfälle verantwortlich sind, haben eine lange Latenzzeit – oft 20 Jahre oder mehr.“ Es ist also nicht so, dass man an einem Tag gesund ist und am nächsten Tag Krebs bekommt. Man war nicht gesund – der Krebs wuchs jahrzehntelang in einem. Es herrscht die „absurde Fehlvorstellung, dass Menschen ‚gesund‘ sind, bis sie tatsächliche Symptome von invasivem Krebs haben“, aber „eine Scheune, in der das Heu glimmt, bevor es in Flammen aufgeht, ist kein sicherer Ort.“

Was empfiehlt also dieser Pharmakologieprofessor, den ich zitiert habe? Medikamente, natürlich. Chemoprävention – die Einnahme von Medikamenten zur Krebsvorbeugung. Die Pharmaindustrie investiert Unsummen in die Förderung der Chemoprävention von Herzkrankheiten und Schlaganfällen mit Statinen und Blutverdünnern. Warum sollten Menschen also nicht lebenslang täglich Medikamente einnehmen, um sich vor Krebs zu schützen?

Das muss doch besser gehen.

Wie sieht es mit der Nutzung von Ernährung zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs aus? Nun, um welche Krebsarten geht es? Es gibt über 200 verschiedene. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Sie alle weisen dieselben Merkmale auf. In einer Reihe von Studien, die in der biomedizinischen Literatur über 40.000-mal zitiert wurden, wurden zehn Kennzeichen von Krebs identifiziert :

  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Wachstumsfaktoren
  • Die körpereigenen Tumorsuppressoren umgehen
  • Das Immunsystem umgehen
  • Die Fähigkeit, ewig zu wachsen
  • Tumorfördernde Entzündung
  • Die Fähigkeit, einzudringen und sich auszubreiten
  • Die Fähigkeit, sich an die eigene Blutversorgung anzuschliessen
  • Die Anhäufung von DNA-Mutationen
  • Deaktivierung der vorhandenen Selbstzerstörungsmechanismen
  • Den Zellstoffwechsel kapern

Und natürlich gibt es verschiedene Medikamentenklassen, die jeweils einem dieser Faktoren entgegenwirken sollen – Chemotherapeutika, die gezielt auf die einzelnen Aspekte des Krebses abzielen.

Idealerweise gäbe es Medikamente, die mehrere Merkmale von Krebs gleichzeitig angreifen könnten, doch so wirken Medikamente in der Regel nicht. Tatsächlich ist „diese Notwendigkeit, mehrere Merkmale gleichzeitig zu bekämpfen, einer der Hauptgründe, warum in der Krebsforschung pflanzliche Lebensmittel so stark im Fokus stehen, da sie einen Cocktail bioaktiver Verbindungen liefern können“, die möglicherweise die meisten, wenn nicht sogar alle, Merkmale von Krebs angreifen. In meinem Video sehen Sie einige Beispiele für Verbindungen, die in Obst und Gemüse – wie Beeren, grünem Blattgemüse und Brokkoli – vorkommen und die, zumindest in der Petrischale, jedes der zehn Merkmale von Krebs angreifen können.

Darüber hinaus besitzen sie die Eigenschaften eines idealen chemopräventiven Mittels. Der perfekte Kandidat sollte selektiv Krebszellen oder Krebsvorstufen angreifen, gesunde Zellen jedoch schonen, keine Nebenwirkungen haben, gegen die meisten Krebsarten wirksam sein, sich in die tägliche Ernährung integrieren lassen, fast überall leicht erhältlich und zudem relativ preiswert sein. Pflanzen erfüllen all diese Kriterien. Kein Wunder also, dass Menschen, die sich pflanzlich ernähren, tendenziell ein geringeres Krebsrisiko haben.

Um es klarzustellen: Wir sprechen hier nicht von Nahrungsergänzungsmitteln mit Extrakten oder gereinigten Phytochemikalien, sondern vom Verzehr vollwertiger pflanzlicher Lebensmittel – also von einem ganzheitlichen Ansatz, der die Merkmale von Krebs gezielt angeht. Lebensmittel enthalten Tausende von Substanzen, die unzählige Wechselwirkungen ermöglichen. Dennoch konzentrierte sich die Ernährungswissenschaft lange Zeit auf die Wirkung einzelner Nahrungsbestandteile. Zwar kann ein solcher reduktionistischer Ansatz die Rolle von Lebensmitteln oder sogar einzelner Nährstoffe bei der Krankheitsentstehung aufdecken, doch wie sähe die optimale Forschungsstrategie aus, um die Wirkung bioaktiver natürlicher Pflanzenstoffe auf die Krankheitsprävention zu untersuchen? Anstatt isolierte Phytochemikalien zur Krebsbehandlung einzusetzen, warum nicht vollwertige Lebensmittel ausprobieren. Manchmal ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile – ein Konzept, das als Lebensmittelsynergie bekannt ist.

Diese Studie untersucht die gleichzeitige Hemmung mehrerer Krebsstadien in Brustkrebszellen mithilfe eines Phytochemikalien-Cocktails. Zwei Brustkrebszelllinien wurden einzeln und anschliessend gemeinsam mit sechs verschiedenen Pflanzenstoffen behandelt. Die Konzentrationen entsprechen typischerweise den Blutwerten nach dem Verzehr von Lebensmitteln wie Brokkoli, Weintrauben, Sojabohnen und Kurkuma. Während die einzelnen Stoffe wirkungslos waren, hemmten sie gemeinsam die Proliferation der Brustkrebszellen signifikant um mehr als 80 %, inhibierten deren Invasion und Migration, stoppten ihr Wachstum und führten schliesslich zu ihrem vollständigen Zelltod. All dies geschah, ohne die als Kontrollgruppe dienenden gesunden Zellen zu schädigen.

Kein Wunder also, dass die Grundlage der Krebsprävention – basierend auf einer Aktualisierung des umfangreichsten jemals veröffentlichten Berichts über Ernährung und Krebs – nicht Pillen, sondern Pflanzen sind, wie Sie in meinem Video sehen können.

Mit anderen Worten: Reduzieren Sie den Konsum von Alkohol, Limonaden, Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln und konzentrieren Sie Ihre Ernährung auf Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte.

Ärztliche Anmerkung

Ich habe Dutzende Videos zur Krebsprävention und -behandlung. Schauen Sie sich die zugehörigen Beiträge unten an.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Krebs entwickelt sich über Jahrzehnte, nicht über Nacht. Die meisten häufigen Krebsarten wachsen unbemerkt über mehr als 20 Jahre, weshalb Prävention – nicht nur Behandlung – von entscheidender Bedeutung ist.
  • Obwohl es mehr als 200 Krebsarten gibt, weisen sie alle dieselben 10 Merkmale auf.
  • Pflanzliche Vollwertkost enthält vielfältige bioaktive Verbindungen, die alle Kennzeichen von Krebs beeinflussen – etwas, das Medikamente mit nur einem Wirkmechanismus selten erreichen. Alle Nährstoffe erzeugen eine Vielzahl möglicher Wechselwirkungen; ein Beispiel dafür, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile – ein Konzept, das als Lebensmittelsynergie bekannt ist.
  • Eine pflanzenbasierte Ernährung ist eine sinnvolle Strategie zur Krebsprävention. Der Verzehr von mehr Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten – und die Reduzierung von Alkohol, verarbeiteten Lebensmitteln und Fleisch – stärkt die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers gegen Krebs.

https://nutritionfacts.org/blog/fighting-cancer-with-whole-plant-foods/