«Vor der Nordwestküste der USA kämpft eine kleine Orcagemeinschaft ums Überleben: Nahrungsmangel, Schiffsverkehr und Giftstoffe setzen ihr zu. Zu Besuch bei Forschenden, die mit kreativen Methoden und gegen den Sparkurs der Trump-Regierung für die Zukunft der Tiere kämpfen.»
«Im Lauf des letzten Jahrhunderts hat sich die Welt um die Orcas herum dramatisch verändert. An den Küsten entstanden Metropolen, und ihr Hauptlebensraum verwandelte sich in eine viel befahrene Wasserstraße. Giftstoffe verpesteten zunehmend ihre Heimat, die Salish Sea. Entsprechend wurden die Fische seltener, auf die sich die Meeressäuger mit tödlicher Präzision spezialisiert hatten. Innerhalb einer einzigen Lebensspanne eines Schwertwals haben die Menschen die Southern Residents an den Rand des Aussterbens gebracht.»
«Jahrtausendelang war es in der Salish Sea ruhig, heute ist sie eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen Nordamerikas. Rund neun Millionen Menschen leben inzwischen im umliegenden Einzugsgebiet, weshalb reichlich Abwasser der Haushalte, der Industrie und der Landwirtschaft ins Meerwasser gelangt. Als Fachleute anfingen, den Rückgang der Southern Residents zu untersuchen, fanden sie in deren dicken Fettschicht eine Vielzahl giftiger Chemikalien: zum Beispiel polychlorierte Biphenyle (PCBs), polybromierte Diphenylether (PBDEs) und Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT). Solche Schadstoffe sammeln sich im Fleisch von Tieren auf jeder Stufe der Nahrungskette an. Je höher ein Lebewesen in dieser Hierarchie steht, desto konzentrierter liegen die Stoffe in ihm vor – und Orcas stehen ganz oben in der Kette.»
«In früheren Studien konnte Deborah Giles zeigen, dass der fast permanente Lärm der Schiffe in und um die Salish Sea die Situation zusätzlich verschlimmert. Die jetähnlichen Laute der Motoren von Containerschiffen können kilometerweit hallen, und viele Bootsmotoren geben Geräusche in dem Frequenzbereich ab, den die Wale zur Kommunikation nutzen.»
«Heute gibt es noch 74 Southern Resident Orcas. Jahrzehntelange Forschungen haben folgende drei Faktoren als zentral für ihren Rückgang identifiziert: Umweltverschmutzung, Störungen durch Schiffe sowie Nahrungsmangel.»
