Angemeldet als:
Logo

Dr. med. Michael Greger fasst zusammen:

  • Grosse US-Kohortenstudien ergaben ein höheres Diabetesrisiko bei höherem Kartoffelkonsum, selbst bei gebackenen oder pürierten Kartoffeln, obwohl diese Ernährungsweisen auch einen höheren Anteil an Fleisch, Butter und Sauerrahm enthielten.
  • Pommes frites scheinen weitaus stärker mit Typ-2-Diabetes in Verbindung zu stehen – bis zu fünfmal schlimmer als nicht frittierte Kartoffeln – wahrscheinlich aufgrund des Frittierens und der schädlichen Verbindungen, die beim Kochen bei hohen Temperaturen entstehen.
  • Selbst nach umfangreichen statistischen Bereinigungen lassen sich die Auswirkungen von Kartoffeln nur schwer von den insgesamt ungesunden Ernährungsgewohnheiten der westlichen Welt trennen. Kartoffeln könnten eher als Indikator für die typisch amerikanische Ernährungsweise dienen, als dass sie direkt Diabetes verursachen.
  • Im Iran, wo Kartoffeln hauptsächlich gekocht und im Rahmen einer pflanzenreichen Ernährung verzehrt werden, besteht kein Zusammenhang zwischen einem höheren Kartoffelkonsum und einem erhöhten Diabetesrisiko – was darauf hindeutet, dass Pommes frites und nicht die Kartoffeln selbst ein grösseres Problem darstellen.

Zur Iran-Studie:

Tatsächlich ernährten sich diejenigen, die Kartoffeln assen, am gesündesten und nahmen am meisten pflanzliche Vollwertkost zu sich – Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Obwohl die Forscher versuchten, diese anderen Ernährungsfaktoren zu berücksichtigen, hatten diejenigen, die am meisten gekochte Kartoffeln assen, nur ein halb so hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es laut dieser systematischen Übersichtsarbeit keine überzeugenden Beweise dafür gibt, dass der allgemeine Kartoffelkonsum mit Typ-2-Diabetes zusammenhängt. Dennoch sollten wir wohl besser auf Pommes frites verzichten.

https://nutritionfacts.org/blog/potatoes-and-diabetes-its-complicated/