«Österreich hat mit der Einführung einer radikalen Maßnahme einen wichtigen Schritt im Tierschutz unternommen: ein obligatorischer, sechsstündiger zertifizierter Kurs für alle zukünftigen Hundehalter. Dieses System, vergleichbar mit einer „ Hundehaltungserlaubnis “, zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Mensch und Tier von Beginn der Adoption an grundlegend zu verändern.
Hauptziel dieser Reform ist die drastische Bekämpfung der Aussetzung von Hunden. Allzu oft erfolgt die Anschaffung eines Hundes impulsiv, ohne dass die damit verbundenen täglichen Verantwortlichkeiten ausreichend berücksichtigt werden. Durch die verpflichtenden Schulungen stellt der österreichische Staat sicher, dass Hundehalter umfassend über wichtige Themen wie die ethologischen Bedürfnisse des Tieres, die Grundlagen des positiven Verstärkungstrainings sowie die erheblichen Kosten für Gesundheit und Futter auf lange Sicht informiert sind.
Diese Schulung vermittelt mehr als nur theoretische Ratschläge. Sie stärkt die zukünftigen Besitzer, indem sie ihnen die Realität des Zusammenlebens mit einem Hund vor Augen führt. Das erhaltene Zertifikat muss innerhalb von zwölf Monaten nach Ankunft des Tieres vorgelegt werden, andernfalls drohen rechtliche Konsequenzen. Dieser proaktive Ansatz trägt dazu bei, das Risiko von Unfällen und Verhaltensproblemen im Haushalt zu verringern, die häufig auf ein mangelndes Verständnis der Hunde-Kommunikation zurückzuführen sind.
Angesichts überfüllter europäischer Tierheime weckt dieses österreichische Modell große Hoffnungen bei französischen Tierschutzorganisationen. Die Verantwortung der Halter vor der Adoption gilt als effektivster Weg, die Würde von Haustieren zu gewährleisten. Angesichts dieses wachsenden Erfolgs in den Nachbarländern stellt sich nun dringlich die Frage: Wann wird in Frankreich ein ähnliches Gesetz eingeführt, das jedem Hund ein stabiles und vorbereitetes Zuhause bietet?»
