Die Studie untersucht, wie sinnvoll es ist, in Frankreich einheimische Wirbeltiere (z. B. Füchse, Marder, Rabenvögel) zu bekämpfen, um Schäden in der Landwirtschaft zu reduzieren – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.
Zentrale Fragestellung
Lohnt sich die Tötung dieser Tiere tatsächlich, wenn man:
- die verursachten Schäden
- und die Kosten für Kontrolle und Bejagung
gegeneinander aufrechnet?
Zentrale Ergebnisse
- Hohe Kosten der Bekämpfung
In Frankreich werden jährlich rund 1,7 Millionen Tiere getötet.
Die damit verbundenen Kosten liegen laut Studie bei etwa:
103 bis 123 Millionen Euro pro Jahr
- Vergleichsweise geringe Schäden
Die durch diese Tiere verursachten Schäden werden deutlich niedriger eingeschätzt:
etwa 8 bis 23 Millionen Euro pro Jahr
- Negative wirtschaftliche Bilanz
Damit ergibt sich ein klares Bild:
- Die Kosten der Bekämpfung übersteigen die Schäden um ein Vielfaches
- Zusätzliche Maßnahmen zur Tötung bringen keinen messbaren wirtschaftlichen Nutzen
Aus ökonomischer Sicht ist die Praxis somit ineffizient und mit Nettoverlusten verbunden
- Unterschätzter Nutzen der Tiere
Die Studie betont ausserdem:
- Viele dieser Tiere tragen selbst zur natürlichen Schädlingskontrolle bei
- Sie reduzieren z. B. Nagetiere oder Insekten, die der Landwirtschaft schaden
Dieser ökologische Nutzen wird oft nicht berücksichtigt, obwohl er wirtschaftlichen Wert hat
Gesamtfazit
Die Untersuchung zeigt:
- Die systematische Tötung einheimischer Wirbeltiere ist wirtschaftlich nicht gerechtfertigt, ethisch schon gar nicht
- Gleichzeitig erfüllen diese Arten wichtige ökologische Funktionen, die sogar Kosten sparen können
- Eine stärkere Berücksichtigung von Biodiversität als „ökonomische Ressource“ wäre sinnvoll
Referenz: Jiguet, F., Morin, A., Courtines, H., Robert, A., Fontaine, B., Levrel, H., & Princé, K. (2026). Ecological and economic assessments of native vertebrate pest control in France. Biological Conservation, 316, 111719.
