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Die Forscher wollten herausfinden, wie verschiedene Ernährungsweisen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. Dabei betrachteten sie nicht nur, ob Lebensmittel pflanzlich oder tierlich sind, sondern auch:

  • Nährstoffqualität der Lebensmittel (z. B. viel Zucker/Fett oder viele Vitamine/Ballaststoffe)
  • Grad der industriellen Verarbeitung (z. B. frisch vs. stark verarbeitet)

Studiendesign

  • Daten von 63 835 Erwachsenen aus der französischen NutriNet-Santé-Kohorte
  • Beobachtungszeit: durchschnittlich 9 Jahre, teilweise bis zu 15 Jahre
  • Teilnehmende dokumentierten ihre Ernährung über Online-Fragebögen

Die Forscher untersuchten dann, welche Ernährungsweisen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhingen.

Ergebnisse

A) Gesunde pflanzliche Ernährung schützt das Herz

Menschen, die überwiegend hochwertige, wenig verarbeitete pflanzliche Lebensmittel aßen (z. B. Gemüse, Obst, Vollkorn), hatten etwa

≈ 40 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
im Vergleich zu Menschen mit weniger solcher Lebensmittel.

B) „Pflanzlich“ allein reicht nicht

Eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln bringt keinen Vorteil, wenn diese stark verarbeitet sind.

Beispiele:

  • industrielles Brot
  • Fertigsuppen
  • Fertiggerichte
  • verarbeitete Salate mit Dressing

Hier wurde kein geringeres Herzrisiko festgestellt.

C) Ungesunde pflanzliche Lebensmittel können sogar schaden

Wenn die Ernährung überwiegend aus stark verarbeiteten, nährstoffarmen pflanzlichen Produkten besteht (z. B. Süssigkeiten, Chips, zuckerhaltige Getränke), zeigte sich:

≈ 40 % höheres Risiko für koronare Herzkrankheit.

Die zentrale Erkenntnis der Studie

Die Studie zeigt, dass drei Faktoren gleichzeitig wichtig sind:

  1. Verhältnis pflanzliche vs. tierliche Lebensmittel
  2. Nährstoffqualität der Lebensmittel
  3. Grad der Verarbeitung

Nur wenn alle drei günstig sind, sinkt das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich.

Praktische Konsequenzen

Für eine herzgesunde Ernährung empfehlen die Ergebnisse:

Gut:

  • Gemüse
  • Obst
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • möglichst wenig verarbeitet

Schlecht:

  • stark verarbeitete pflanzliche Produkte
  • zuckerreiche Snacks oder Getränke
  • industrielle Fertigprodukte
  • Tierprodukte

Die Botschaft lautet also:

Nicht nur „pflanzlich essen“, sondern „pflanzlich und möglichst unverarbeitet“.

Eine pflanzliche Ernährung schützt das Herz – aber nur, wenn sie aus nährstoffreichen und wenig oder nicht verarbeiteten Lebensmitteln besteht. Stark verarbeitete pflanzliche Produkte können diesen Vorteil sogar umkehren.

Referenz: Prioux C, Deschasaux-Tanguy M, Julia C, Hercberg S, Kesse-Guyot E, Touvier M, et al.
Cardiovascular disease risk and the balance between animal-based and plant-based foods, nutritional quality, and food processing level in the French NutriNet-Santé cohort: a longitudinal observational study. Lancet Reg Health Eur. 2025;59:101470.