Ein Forschungsteam der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) hat gemeinsam mit der Ernährungsabteilung des israelischen Gesundheitsministeriums untersucht, wie sich die Ernährungsweise der Familie – vegan, vegetarisch oder omnivor – auf das Wachstum von Kindern in den ersten beiden Lebensjahren auswirkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht. Studienleiter war Kerem Avital (BGU).
Die Wissenschaftler werteten Gesundheitsdaten von 1.198.818 Kindern aus, die zwischen 2014 und 2023 in Israel geboren wurden. Erfasst wurden regelmäßig gemessene Werte zu:
- Körpergewicht
- Körperlänge
- Kopfumfang
Die Kinder wurden bis zum Alter von 24 Monaten begleitet. Die Ernährungsform der Familie (vegan, vegetarisch oder mit Fleisch und anderen tierlichen Produkten) wurde ab dem Säuglingsalter dokumentiert.
Wachstum insgesamt sehr ähnlich: Kinder aus veganen und vegetarischen Haushalten zeigten im Durchschnitt nahezu identische Wachstumskurven wie Kinder aus omnivoren Haushalten.
Frühe Phase: In den ersten Lebenswochen hatten vegan ernährte Säuglinge etwas häufiger ein geringes Körpergewicht. Dieser Unterschied glich sich jedoch im Verlauf aus.
Mit zwei Jahren: Im Alter von 24 Monaten gab es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich Untergewicht, Übergewicht oder Wachstumsverzögerung.
Fazit: Eine gut geplante vegane oder vegetarische Ernährung in der Familie ist in den ersten beiden Lebensjahren nicht mit Nachteilen im Wachstum verbunden.
Die Autoren betonen jedoch, dass die Qualität der Ernährung entscheidend ist – insbesondere bei veganer Ernährung sollten Nährstoffe wie Vitamin B12, Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren ausreichend berücksichtigt werden.
Referenz: Avital K, Fliss-Isakov N, Shahar DR, Hamiel U, Blaychfeld-Magnaz M, et al. Growth Trajectories in Infants From Families With Plant-Based or Omnivorous Dietary Patterns. JAMA Netw Open. 2026;9(2):e2555890. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.55890.
