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Kurzüberblick

  • Studientyp: Systematisches Review + Meta-Analyse prospektiver Kohortenstudien
  • Datenbasis: 17 Publikationen aus 7 prospektiven Studien
  • Fragestellung: Zusammenhang zwischen vegetarischer/veganer Ernährung und Krebsinzidenz (gesamt + organspezifisch)

Ergebnisse

1) Gesamt-Krebsrisiko

  • Vegetarier vs. Nicht-Vegetarier:
    −13 % Risiko (RR 0,87; 95 % CI 0,84–0,91)
  • Veganer vs. Nicht-Vegetarier:
    −23 % Risiko (RR ~0,77)

Interpretation: Konsistent reduzierte Gesamtinzidenz, stärker bei Veganern.

2) Krebsarten mit signifikant reduziertem Risiko (Vegetarier)

Deutliche Risikoreduktionen u. a. für:

  • Magenkrebs: −45 % (RR 0,55)
  • Kolorektal: −14 %
  • Kolon: −21 %
  • Pankreas: −23 %
  • Melanom: −21 %
  • Brustkrebs: −8 % (postmenopausal stärker)
  • Blasenkrebs: −22 %
  • Non-Hodgkin-Lymphom: −24 %

3) Vegane Ernährung

  • Gesamt: signifikant reduziert (−23 %)
  • Brustkrebs: ca. −20 %
  • Kolorektal: kein klarer Effekt (RR ~1,02, große Unsicherheit)

Rolle von BMI

  • Adjustierung für BMI schwächt Effekte deutlich ab:
    • Vegetarier: RR von 0,87 → 0,92
    • Veganer: RR von 0,77 → 0,82

Schlussfolgerung:
Ein relevanter Teil des Effekts wird durch geringeres Körpergewicht vermittelt.

Limitationen 

  • Nur 7 Kohorten → begrenzte Datenbasis
  • Teilweise heterogene Definitionen von vegetarisch/vegan
  • Keine Unterscheidung zwischen gesunder vollwertiger veganer Ernährung und ungesunder veganer Ernährung Junkfood

Gesamtbewertung (evidenzbasiert)

  • Moderate Reduktion des Gesamtkrebsrisikos bei vegetarischer/veganer Ernährung
  • Konsistenz mit bestehender Literatur (pflanzenbasierte Ernährung protektiv)

Interpretation im Kontext

  • ↓ rotes/verarbeitetes Fleisch (karzinogen klassifiziert)
  • ↑ Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe
  • ↓ Körpergewicht
  • Insgesamt unterstützt die Studie pflanzenbasierte Ernährung als Bestandteil der Krebsprävention.

Wichtiger Hinweis: Die aktuelle Evidenz zu veganer Ernährung und Krebs in nahezu allen Studien ist durch fehlende Differenzierung nach Ernährungsqualität limitiert, was definitiv zu einer Unterschätzung protektiver Effekte hochwertiger pflanzenbasierter Ernährung und teilweise zu inkonsistenten Ergebnissen führt.

Referenz: Aune D, Schlesinger S, Sobiecki JG. Vegetarian and vegan diets and cancer incidence: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Eur J Epidemiol. 2026. doi:10.1007/s10654-026-01380-8