Vitamin C (Ascorbat) ist in allen Hautschichten vorhanden und spielt u. a. eine Rolle bei Kollagensynthese, Schutz vor oxidativem Stress/UV-induzierten Radikalen und Zellneubildung in der Epidermis. Viele Studien schauen auf Hautparameter nach Vitamin-C-Einnahme – aber ohne direkt zu messen, wie viel Vitamin C tatsächlich in der Haut ankommt. Genau das wollten die Autoren klären.
Die Studie besteht aus zwei Teilen:
- Querschnittsstudie (Messung in „normaler“ Haut)
Haut- und Blutproben von 38 gesunden Personen (im Rahmen elektiver Operationen). Gemessen wurde Vitamin C getrennt nach Dermis und Epidermis und in Relation zu Blutwerten. - Pilot-Ernährungsintervention (vorher–nachher)
Personen mit niedrigem Ausgangs-Vitamin-C im Blut assen 8 Wochen lang täglich 2 SunGold-Kiwis (≈ 250 mg Vitamin C/Tag). Es gab zwei Studienorte:- Site I: Ganzhaut-Biopsien (als „repräsentativ“ für Dermis/whole skin)
- Site II: „Suction blister“-Methode, um Epidermis und Blisterflüssigkeit (Interstitialflüssigkeit) zu gewinnen + mehrere Hautfunktionstests
1) Vitamin C ist in der Epidermis höher – aber in den Dermis-Zellen „hoch konzentriert“
- In der Querschnittsstudie war Vitamin C in der Epidermis im Gewebe im Mittel etwa 2× höher als in der Dermis.
- Gleichzeitig ist die Dermis insgesamt zellarm (viel Kollagenmatrix), daher haben die Autoren zusätzlich „pro Zelle“ abgeschätzt:
- Dermale Zellen (v. a. Fibroblasten): ca. 6.4 mM (hoch)
- Epidermale Zellen (v. a. Keratinozyten): ca. 0.9 mM
Interpretation der Autoren: Hohe intrazelluläre Spiegel in Fibroblasten passen zu deren Aufgabe bei der Kollagenbildung.
2) Haut-Vitamin-C hängt klar am Blutspiegel
- Vitamin-C-Werte in allen Hautkompartimenten korrelierten positiv mit den Plasmawerten; besonders wird eine lineare Beziehung zwischen Epidermis und Plasma beschrieben.
3) Zwei Kiwis/Tag erhöhten Vitamin C in Blut und Haut – aber vor allem, wenn man nicht schon mit Vitamin C „gesättigt“ war
- Nach täglichem Kiwi-Verzehr erreichten die Plasmawerte an Site I Sättigungsbereiche (>60 µM) und whole-skin Vitamin C stieg bei allen Teilnehmenden.
- An Site II stiegen Plasma, Blisterflüssigkeit und Epidermis (Blisterdach) signifikant – Teilnehmende, die schon zu Beginn gesättigte Plasmawerte hatten, zeigten kaum weitere Steigerung.
- Änderungen in Plasma ↔ Epidermis ↔ Blisterflüssigkeit waren stark korreliert, was als Hinweis auf aktive Aufnahme in die Epidermis abhängig vom Blutangebot interpretiert wird.
4) Messbare Effekte auf ausgewählte Hautfunktionen
- Hautdichte (scanner units) stieg deutlich: 0.154 → 0.228 (P < .0001).
- Epidermale Zellproliferation (Ki-67-Marker) stieg: 21.06 → 27.42 (P = .0091).
- Nicht verbessert wurden:
- Schutz gegen UVA-Bestrahlung (keine Änderung)
- Prokollagen Typ-I-Peptide in der Blisterflüssigkeit (keine Änderung)
- Hautelastizität zeigte sogar eine kleine (~7%), schwache Abnahme.
- Ernährung kann messbar Vitamin-C-Spiegel in der Haut erhöhen – besonders bei Menschen mit niedrigem Ausgangsstatus.
- Die Epidermis reagiert stark auf das Angebot im Blut (was erklärt, warum „innen“ vs. nur „topisch“ unterschiedliche Effekte haben kann).
- Funktionell zeigen sich Signale in Richtung „mehr Hautsubstanz“ (Dichte) und „mehr Zellerneuerung“ (Ki-67), aber keine klaren Belege, dass in 8 Wochen auch mehr Kollagenproduktion messbar wurde (zumindest nicht über die hier genutzten Marker).
Die Studie zeigt, dass eine optimale – wissenschaftlich fundierte – Hautpflege neben der äusseren Pflege auch die Ernährung als innere Pflege zwingend berücksichtigen muss. Die Haut ist das grösste Organ des Körpers und seine Gesundheit hängt daher von der Ernährung ab. Genau das empfehlen wir seit nunmehr 36 Jahren.
Referenz: Pullar JM, Carr AC, Vissers MCM. Improved human skin vitamin C levels and skin function after dietary intake of kiwifruit: a high-vitamin-C food. J Invest Dermatol. 2017;137(10):2244–2246.
