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«Aus dem Blut der Pferde wird ein Masthormon für Schweine gewonnen. Als «Nebenprodukt» entstehen Schlachtfohlen.»

«Es könnten Szenen aus einem Horrorfilm sein: trächtige Pferdestuten werden jede Woche in ein spezielles Gehege gedrängt und so fixiert, dass sie sich nicht mehr bewegen können. Dann wird dem Tier eine dicke Kanüle in die Halsvene eingeführt, durch die dann bis zu zehn Liter Blut abgezapft werden, und das jede Woche während rund drei Monaten. In den ersten Monaten produziert die Plazenta einer trächtigen Pferdestute nämlich ein spezielles Hormon für das Wachstum und die Entwicklung des Fohlens, das sogenannte «Pregnant Mare Serum Gonadotropin», kurz PMSG, das sich im Pferdeblut befindet.»

«Tierzüchter haben herausgefunden, dass dieses für das ungeborene Fohlen essenzielle Hormon noch eine weitere Eigenschaft besitzt: Es steigert die Fruchtbarkeit und verhilft bei anderen Nutztieren zu mehr Fleisch, speziell bei Schweinen. Verabreicht man Schweinen PMSG, werden sie schneller und besser planbar trächtig, sie werfen eine grössere Anzahl Ferkel und garantieren einen schnellen Fleischzuwachs.»

«Mit PMSG können Schweinezüchter dafür sorgen, dass ihre Sauen alle gleichzeitig trächtig werden. Dadurch kann der gesamte Zyklus von der Besamung über die Geburt bis hin zur Schlachtung der Ferkel in einem Schritt zusammengefasst werden. Das spart Zeit, Geld und Aufwand, das Fleisch wird für die Konsumentinnen und Konsumenten günstiger.»

«Der gezielte Einsatz von PMSG in der Nutztierhaltung verursacht doppeltes Tierleid. Zum einen werden für die «Produktion» des Hormons unzählige Pferdestuten in dafür speziell eingerichteten «Blutfarmen» zum Teil unter erbärmlichen Bedingungen gehalten, zum anderen führt die Behandlung von Schweinen mit dem Hormon zu einer noch einmal erhöhten Kadenz von Geburt, Fruchtbarkeit, Mast und Fleischgewinnung, wodurch die Tiere zu reinen Produktionsmaschinen verkommen.»

«Zudem gab es die gängige Praxis, dass viele Fohlen nach dieser ersten Phase der Trächtigkeit abgetrieben wurden, weil es ja nicht um sie, sondern um das Hormon PMSG ging. So konnten die Stuten bald wieder trächtig werden, um das begehrte PMSG zu produzieren. Sollten die Fohlen doch ausgetragen werden, gelangten sie bald nach der Geburt in den Schlachthof.»

«Der Protest der Tierschutzorganisationen wie zum Beispiel die «Animal Welfare Foundation» führte aber nicht zu einem Ende dieser widerlichen Praxis, sondern zu einer geografischen Verschiebung. Seit zehn Jahren hat sich Island zum Zentrum von «Blutfarmen» und der Gewinnung des Hormons PMSG gemausert.»

«In Island soll es im Moment 119 Blutfarmen mit über 5300 «Blutstuten» geben; über 5000 Fohlen sind für den Schlachthof bestimmt. Für die PMSG-Produktion soll die Zahl der «Blutstuten» auf über 20’000 erhöht werden – ein Drittel der Pferde, die es auf der Insel gibt.»

Anmerkung: Ein weiteres Beispiel dafür, dass die selbsternannte Krone der Schöpfung zu jeder Widerwärtigkeit fähig ist.

https://www.infosperber.ch/wirtschaft/blutstuten-leiden-fuer-die-schweinezucht/