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Dr. med. Henrich
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«Immerhin 69 Prozent der Konsumenten in Deutschland nennen derzeit den Preis als ihr wichtigstes Entscheidungskriterium beim Einkauf, zeigt die Studie. Vor allem bei Fleisch und Milchprodukten schlägt der Preis Merkmale wie Geschmack, Frische, Gesundheit, Marke oder Haltbarkeit.»

«So ist der Anteil der Veganer und Vegetarier in der Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen der mit Abstand höchste in Deutschland, das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) anlässlich der Anuga.»

«15 Prozent der gut 1000 Befragten bezeichnen sich als Vegetarier, vier Prozent als Veganer. Zum Vergleich: Bei den Über-60-Jährigen liegen die Zahlen bei sechs und zwei Prozent. In Summe ernähren sich in Deutschland neun Prozent der Bevölkerung vegetarisch und drei Prozent vegan. Damit liegt die Zahl kaum höher als noch vor einigen Jahren – obwohl pflanzliche Ernährung schon länger die öffentliche Debatte bestimmt.»

«Immer stärker in Mode kommt dagegen die Bezeichnung Flexitarier. Gemeint sind Verbraucher, die Fleisch und Fisch zwar nicht ablehnen, deren Konsum aber bewusst einschränken. Strenge Regeln zum Ausmaß des Verzichts gibt es dabei allerdings nicht, wie es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) heißt.»

«„Indem sie sich dann als Flexitarier bezeichnen, arrangieren sie sich mit den moralischen Ansprüchen, denen sie ausgesetzt sind.“ Wahrscheinlich hätten die meisten auch früher schon regelmäßig Spaghetti mit Tomatensauce und andere fleischlose Gerichte gegessen. „Jetzt muss man es aber offenbar nochmal extra erwähnen.“»

«Dass die Zahl der reinen Vegetarier und Veganer vergleichsweise stagniert, ist für Kofahl ein Zeichen, dass erst mal eine gewisse Sättigungsgrenze erreicht ist.»

Anmerkung: Auch wenn ich die Realität seit Jahren bestens kenne, so ist sie doch immer wieder schockierend für mich, wenn ich sie lese. Die Konsumenten möchten möglichst billige Tierprodukte verschlingen, Gesundheit und Moral spielen nahezu keine Rolle. Stattdessen täuscht man Moralität vor, indem man sich «Flexitarier» nennt, um nichts ändern zu müssen. Letztlich ist jeder ein «Flexitarier», denn selbst der grösste Fleisch(fr)esser isst auch schon mal pflanzliche Produkte.

Die Situation ist absolut verheerend. Eine Bevölkerung auf der einen Seite, die an Gesundheit und Moral mehrheitlich nicht interessiert ist. Auf der anderen Seite Tierschutz-, Tierrechts- und Veggie-Organisationen, die vor allem an Spendengeldern für den eigenen auskömmlichen Lebensunterhalt interessiert sind. Die Spendengelder sind dann der Ablasshandel, der den Verursachern des Tierleids und der gesamten verheerenden Situation ein besseres Gewissen verschafft.

Die besten veganen Tierrechtsaktivisten ziehen sich nach einigen Jahren zurück, weil sie die Aussichtslosigkeit erkannt haben, ständig gegen Mauern laufen und dann ausgebrannt sind. Bestes Beispiel dafür ist Gary Yourofsky. Ein brillanter Tierrechtler, Veganer, Redner und Lehrer. Auch er hat mittlerweile aufgegeben. Im Augenblick kämpft der junge Rechtsanwalt Wayne Hsiung vor Gericht, weil der Staat ihn wegen Tierbefreiungen angeklagt hat. Wie lange wird er noch durchhalten? Diese echten Tierrechtler sind für mich die wahren Helden, aber nicht die Spendensammler, die den Leuten erklären, dass weniger Tierprodukte zu essen das Ziel und moralisch erstrebenswert sei.

https://www.welt.de/wirtschaft/article247865382/Ernaehrungstrends-Unser-Fleischkonsum-erreicht-die-moralische-Mitte.html