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Die Studien mit erhöhtem Mortalitätssignal

Michaëlsson et al., BMJ 2014 – zwei schwedische Kohorten

Untersucht wurden 61.433 Frauen und 45.339 Männer. Frauen, die mindestens drei Gläser Milch täglich tranken, hatten gegenüber Frauen mit weniger als einem Glas eine um 93 Prozent höhere Sterberate im Beobachtungszeitraum – Hazard Ratio 1,93. Pro zusätzlichem Glas am Tag stieg die statistische Sterberate bei Frauen um 15 Prozent und bei Männern um 3 Prozent.

Referenz: Michaëlsson K, Wolk A, Langenskiöld S, Basu S, Warensjö Lemming E, Melhus H, Byberg L. Milk intake and risk of mortality and fractures in women and men: cohort studies. BMJ. 2014;349:g6015. doi:10.1136/bmj.g6015.

Tognon et al., American Journal of Clinical Nutrition 2017 – Nordschweden

Bei 103.256 Erwachsenen und einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von 13,7 Jahren war ein Konsum nicht fermentierter Milch von mindestens 2,5 Portionen täglich gegenüber höchstens einer Portion pro Woche mit einer um 32 Prozent höheren Gesamtsterberate verbunden.

Referenz: Tognon G, Nilsson LM, Shungin D, Lissner L, Jansson JH, Renström F, Wennberg M, Winkvist A, Johansson I. Nonfermented milk and other dairy products: associations with all-cause mortality. Am J Clin Nutr. 2017;105(6):1502–1511. doi:10.3945/ajcn.116.140798.

Ding et al., BMJ 2019 – Nurses’ Health Study und Health Professionals Follow-up Study

In drei grossen US-Kohorten wurden insgesamt 217.755 Personen über bis zu rund 30 Jahre beobachtet. Der Wert von 11 Prozent bezieht sich auf je eine zusätzliche halbe Portion Vollmilch pro Tag. Für diese Menge Vollmilch betrug die statistische Erhöhung 11 Prozent bei der Gesamtmortalität, 9 Prozent bei der kardiovaskulären und 11 Prozent bei der Krebsmortalität.

Die Ersatzanalysen dieser Studie sind besonders wichtig: Der Austausch von Milchprodukten gegen Nüsse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte war mit geringerer Sterblichkeit verbunden; ein Austausch gegen rotes oder verarbeitetes Fleisch dagegen mit höherer Sterblichkeit.

Referenz: Ding M, Li J, Qi L, Ellervik C, Zhang X, Manson JE, Stampfer M, Chavarro JE, Rexrode KM, Kraft P, Chasman D, Willett WC, Hu FB. Associations of dairy intake with risk of mortality in women and men: three prospective cohort studies. BMJ. 2019;367:l6204. doi:10.1136/bmj.l6204.

Arnesen et al., American Journal of Clinical Nutrition 2025 – Norwegen

Diese neuere, im Greger-Video noch nicht berücksichtigte Untersuchung beobachtete 73.860 Personen im Median 33 Jahre. Der höchste gegenüber dem niedrigsten gesamten Milchkonsum war mit einer um 22 Prozent höheren Gesamtsterberate verbunden.

Referenz: Arnesen EK, Christensen JJ, Laake I, Carlsen MH, Veierød MB, Retterstøl K. Low-fat and whole milk consumption in relation to cardiovascular disease-related and all-cause mortality: a prospective cohort study in 3 Norwegian counties. Am J Clin Nutr. 2025;122(4):1075–1085. doi:10.1016/j.ajcnut.2025.07.035.

Reanalysen und zusammenfassende Arbeiten

Michaëlsson et al., American Journal of Epidemiology 2017 untersuchten, ob hoher Obst- und Gemüsekonsum den Zusammenhang abschwächt. Bei Frauen blieb hoher Milchkonsum auch bei hohem Obst- und Gemüsekonsum mit erhöhter Mortalität verbunden.

Referenz: Michaëlsson K, Wolk A, Melhus H, Byberg L. Milk, fruit and vegetable, and total antioxidant intakes in relation to mortality rates: cohort studies in women and men. Am J Epidemiol. 2017;185(5):345–361. doi:10.1093/aje/kww124.

Auch eine weitere Analyse von Michaëlsson und Byberg aus dem Jahr 2020 basierte auf derselben schwedischen Frauenkohorte und berichtete ein erhöhtes Risiko bei nicht fermentierter Milch unabhängig vom Fettgehalt.

Referenz: Michaëlsson K, Byberg L. Mixing of apples and oranges in milk research: a cohort analysis of non-fermented milk intake and all-cause mortality. Nutrients. 2020;12(5):1393. doi:10.3390/nu12051393.

Eine Metaanalyse von Naghshi et al. aus dem Jahr 2022 kam zu dem Ergebnis, dass ein hoher Konsum fettreicher Milch gegenüber niedrigem Konsum mit einer um 15 Prozent höheren Gesamtsterblichkeit, einer um 9 Prozent höheren kardiovaskulären Mortalität und einer um 17 Prozent höheren Krebsmortalität verbunden war.

Referenz: Naghshi S, Sadeghi O, Larijani B, Esmaillzadeh A. High vs. low-fat dairy and milk differently affects the risk of all-cause, CVD, and cancer death: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. Crit Rev Food Sci Nutr. 2022;62(13):3598–3612. doi:10.1080/10408398.2020.1867500.