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Viele Menschen werden im Alter sogar körperlich und geistig besser – und ein entscheidender Faktor dafür ist, wie sie über das Älterwerden denken.

Über 11.000 ältere Erwachsene (meist 65+) wurden über viele Jahre beobachtet (bis zu ~12 Jahre). Gemessen wurden: geistige Leistungsfähigkeit (z. B. Gedächtnis, Denken) und körperliche Leistungsfähigkeit (z. B. Gehgeschwindigkeit). Zusätzlich wurde erfasst, ob Menschen positive oder negative Einstellungen zum Altern haben.

Die wichtigsten Ergebnisse

  1. Viele verbessern sich – nicht nur wenige Ausnahmen

45 % der Teilnehmenden verbesserten sich in Denken, körperlicher Fitness oder beidem. Das widerspricht der verbreiteten Annahme, dass es im Alter nur bergab geht. Wichtig: Verbesserung war keine seltene Ausnahme, sondern ziemlich häufig.

  1. Positive Einstellung macht einen echten Unterschied

Menschen mit positiven Altersbildern (z. B. „Ich kann mich weiterentwickeln“) hatten deutlich bessere Chancen, sich zu verbessern. Dieser Effekt blieb bestehen, selbst wenn man andere Faktoren berücksichtigt: Alter, Krankheiten, Bildung und Depressionen. Kurz gesagt: Die eigene Haltung zum Altern beeinflusst die Gesundheit messbar.

  1. Verbesserungen waren real und relevant

Es ging nicht nur um minimale Veränderungen: Viele verbesserten sich deutlich (z. B. spürbar schnelleres Gehen oder besseres Gedächtnis).

Warum wirkt die Einstellung so stark?

Die Studie basiert auf der sogenannten „Stereotype-Embodiment-Theorie“: Wir übernehmen gesellschaftliche Vorstellungen über das Alter schon früh im Leben. Diese werden später zu inneren Überzeugungen. Diese beeinflussen: Verhalten (z. B. aktiv bleiben vs. Rückzug), Psyche (Motivation, Stress) und sogar körperliche Prozesse. Negative Vorstellungen können schaden – positive können Gesundheit fördern.

Fazit

Altern ist kein zwangsläufiger Abstieg. Viele Menschen bleiben stabil oder werden sogar besser. Wie man über das Alter denkt, hat echten Einfluss auf die eigene Entwicklung. Die Studie fordert deshalb:

Wir sollten unser Bild vom Altern ändern – hin zu einer Phase, in der Verbesserung möglich ist, nicht nur Verlust.

Kritischer Hinweis: Ernährung, Bewegung oder spezifische Lebensstilfaktoren (z. B. Diätqualität, Kalorienaufnahme, Nährstoffe) wurden leider nicht analysiert. Daher kann die Studie auch nicht beantworten, ob die Effekte zumindest teilweise dadurch zustande kommen, dass Menschen mit positiver Einstellung z. B. gesünder essen, sich mehr bewegen und insgesamt gesundheitsbewusster leben. Das sind plausible vermittelnde Mechanismen, aber sie wurden leider nicht untersucht.

Referenz: Levy, B.R.; Slade, M.D. Aging Redefined: Cognitive and Physical Improvement with Positive Age Beliefs. Geriatrics 2026, 11, 28. https://doi.org/10.3390/geriatrics11020028