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Zusammenfassung des Expert Reviews der American Gastroenterological Association (AGA) zu Hämorrhoiden aus dem Jahr 2026:

Die wichtigsten Aussagen auf einen Blick

  1. Hämorrhoiden sind häufig und meist gut behandelbar

Hämorrhoiden verursachen typischerweise:

  • hellrote Blutungen beim Stuhlgang
  • Juckreiz
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl
  • Vorfall („Heraustreten“) von Gewebe aus dem After

Starke Schmerzen sind nicht typisch für gewöhnliche Hämorrhoiden. Treten starke Schmerzen auf, steckt häufig eine andere Ursache dahinter (z. B. eine Analfissur oder eine akut thrombosebedingte Hämorrhoide).

  1. Die Basistherapie ist einfach: Ballaststoffe und richtiges Toilettenverhalten

Als erste Behandlung empfehlen die Autoren:

  • ballaststoffreiche Ernährung (Nur Pflanzen enthalten Ballaststoffe!)
  • ausreichendes Trinken
  • Vermeidung von Pressen beim Stuhlgang
  • möglichst kurze Toilettenzeiten

Diese Maßnahmen können Beschwerden oft deutlich reduzieren und sind die wichtigste Erstbehandlung.

  1. Viele Salben helfen nur begrenzt

Lokale Mittel wie:

  • Hämorrhoidensalben
  • Anästhetika
  • Hamamelis-Präparate
  • Kortisonpräparate

können kurzfristig Beschwerden lindern. Die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit ist jedoch insgesamt schwach. Kortisonhaltige Präparate sollten nicht länger als zwei Wochen am Stück angewendet werden.

  1. Vor einer Behandlung sollte die Diagnose gesichert werden

Die AGA empfiehlt bei neuen Patienten möglichst eine Untersuchung des Analkanals mittels Anoskopie. Dadurch können andere Erkrankungen – einschliesslich Darmkrebs oder Analfissuren – ausgeschlossen werden. Bei Blutungen kann zusätzlich eine Darmspiegelung erforderlich sein.

  1. Vor einer Operation kommen meist ambulante Verfahren

Wenn Ernährungs- und Verhaltensmassnahmen nicht ausreichen, werden zunächst minimalinvasive Behandlungen empfohlen:

  • Gummibandligatur (Banding)
  • Infrarotkoagulation

Beide Verfahren können ambulant durchgeführt werden und sind wirksam. Die Gummibandligatur zeigt langfristig etwas bessere Ergebnisse bei vorfallenden oder wiederkehrend blutenden Hämorrhoiden.

  1. Eine Operation ist nur bei fortgeschrittenen Fällen nötig

Eine chirurgische Behandlung wird vor allem empfohlen bei:

  • Hämorrhoiden Grad 4
  • Hämorrhoiden Grad 3, wenn Banding erfolglos war
  • ausgeprägten äusseren Hämorrhoiden

Die Mehrheit der Patienten benötigt keine Operation.

  1. Besondere Situationen

Schwangerschaft:
Hämorrhoiden sind sehr häufig. Zunächst werden konservative Massnahmen empfohlen; invasive Eingriffe sollten möglichst erst nach der Geburt erfolgen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa):
Eine Behandlung der Hämorrhoiden sollte möglichst erst in einer stabilen Remission erfolgen.

Leberzirrhose:
Hier muss sorgfältig zwischen Hämorrhoiden und Rektumvarizen unterschieden werden.

  1. Akut thrombosebedingte Hämorrhoiden sind ein Sonderfall

Wenn sich ein Blutgerinnsel in einer Hämorrhoide bildet, entstehen oft starke Schmerzen. In solchen Fällen kann eine operative Entlastung (Eröffnung und Entfernung des Gerinnsels) die Beschwerden am schnellsten lindern.

Fazit

Die AGA betont, dass Hämorrhoiden in den meisten Fällen ohne Operation behandelt werden können. Die wirksamsten Massnahmen sind zunächst eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und die Vermeidung von Pressen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollten ambulante Verfahren wie Gummibandligatur oder Infrarotkoagulation eingesetzt werden. Eine Operation bleibt fortgeschrittenen oder therapieresistenten Fällen vorbehalten.

Referenz: Qureshi, W., Hoang, S., Frye, J., et al. (2026). AGA Clinical Practice Update on Diagnosis and Treatment of Hemorrhoids: Expert Review. Clinical Gastroenterology and Hepatology. Advance online publication. https://doi.org/10.1016/j.cgh.2026.03.033