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«Am 5. Juni eröffnete die französische Anti-Terrorismus-Staatsanwaltschaft, die PNAT, eine Voruntersuchung wegen des Verdachts auf Folter, wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen. Es ist eine Behörde, die für die ernstesten Fälle gebaut wurde, und sie stützt sich auf die Aussagen von 37 französischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, die an Bord der Flotilla gewesen waren.»

«Was diese 37 beschrieben, gegenüber französischen Medien, hatte offenbar eine Methode. Man führte sie einzeln durch einen abgedunkelten Schiffscontainer. Im Container warteten Gruppen von Soldaten. Das war kein Übergriff im Affekt, sondern eine Einrichtung, ein Ort, der zu diesem Zweck hergerichtet worden war. Eine französische Ärztin sagte, sie sei dort gefoltert und sexuell misshandelt worden.»

«Wenig später eröffnete die Staatsanwaltschaft in Rom ein Verfahren gegen Itamar Ben Gvir, Israels Nationalen Sicherheitsminister. Die Vorwürfe lesen sich wie ein Register aus dem Strafgesetzbuch: Entführung, Folter, Verletzung des Seerechts, versuchter Mord. So berichtete es die «Jerusalem Post». Es ist eine bemerkenswerte Liste für einen amtierenden Minister, geführt von einer ausländischen Staatsanwaltschaft.»

«Auslöser waren unter anderem Videos. Auf ihnen posiert Ben Gvir vor Gefangenen, die knien, die gefesselt sind, und streckt ihnen die Zunge heraus. Man muss sich das Verhältnis vor Augen halten: ein Sicherheitsminister, der sich filmen lässt, gefesselte Menschen am Boden, eine herausgestreckte Zunge.»

«Verfahren laufen auch in der Türkei, in Spanien. Festgehalten wurden insgesamt 428 Personen, aus rund vierzig Ländern. Die Flotilla dokumentierte mindestens 15 Fälle sexueller Gewalt.»

https://www.infosperber.ch/freiheit-recht/menschenrechte/flotilla-folter-durch-israel-italien-und-frankreich-ermitteln/