«Die „Rettung“ von Timmy, dem Buckelwal, war anscheinend eine qualvolle Angelegenheit. Details der Rettungsaktion deuten darauf hin, dass das Tier während der dramatischen Befreiung schwere Blessuren davongetragen haben könnte – wie genau, ist aber unklar.»
Anmerkung: Der Fall ist wieder einmal ein bedrückendes Beispiel dafür, wie wahrscheinlich gut gemeinter Aktionismus in menschlicher Selbstüberschätzung und somit wieder einmal im Irrsinn endet. Offenbar mischten sich in die Rettungsbemühungen nicht nur völlig naive Hilfsbereitschaft, sondern auch Profilierungsdrang, Sensationslust und wirtschaftliche Interessen. Statt dem offensichtlich schwer geschwächten Tier einen würdevollen und leidfreien Abschied durch eine Euthanasie zu ermöglichen, wurde ihm durch die irrsinnigen Eingriffe entsetzliches Leid zugefügt.
Besonders irritierend erscheint dabei die moralische Widersprüchlichkeit vieler Menschen im Umgang mit Tieren: Einerseits wird unter grossem medialem Aufwand versucht, einen offensichtlich nicht rettbaren, todkranken, sterbenden Wal zu retten, andererseits werden täglich Milliarden fühlender Lebewesen für den menschlichen Konsum ausgebeutet und ermordet. Wahrscheinlich auch durch diese wahnsinnig gewordenen «Retter». Dieser Widerspruch lässt sich psychologisch zwar teilweise mit dem Begriff der „kognitiven Dissonanz“ erklären, wirft jedoch grundlegende ethische Fragen über unser Verhältnis zu Tieren und Leid auf und wie krank diese Gesellschaft geworden ist.
