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Ärztliche Anmerkungen zu der Sendung von „Hart aber fair“ vom 20.01.2014

Natürlich ist raffinierter Zucker nicht nur für Kinder sehr gesundheitsschädlich, denn Zucker trägt massgeblich zur steigenden Übergewichtsproblematik und den damit zusammenhängenden Folgeerkrankungen bei. Allerdings ist raffinierter Zucker nur einer unter mehreren Faktoren einer ungesunden Ernährung. Die Reduktion auf einen Nährstoff ist aber wenig zielführend, weil der nach Informationen suchende Zuschauer dabei die gesunde Ernährung als Ganzes aus dem Blick verliert. Tierliches Eiweiss, gesättigte Fette, Cholesterin, Hormone und Umweltgifte in Tierprodukten sind mindestens so schädlich für die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen wie raffinierter Zucker. Entscheidender Faktor bei Übergewicht ist nicht etwa raffinierter Zucker, sondern tierliches Protein, wie jede Menge Studien nachweisen konnten. Hier einige Beispiele:

Fleischkonsum macht Kinder für Übergewicht anfällig

In einer Studie der ETH Zürich wurden die Ernährungsgewohnheiten bei übergewichtigen und normalgewichtigen Schweizer Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren untersucht. Dabei erwies sich die Proteinaufnahme durch den Fleischverzehr als der entscheidende Ernährungsfaktor, der den Body-Mass-Index beeinflusste.

Referenz: Aeberli I et al: Dietary intake and physical activity of normal weight and overweight of 6 to 14 year old Swiss children; Swiss Med Wkyl; 2007 Jul 28; 137 (29-30): 424-30

Fleisch erhöht Risiko für Übergewicht

In einer Studie wurde der Fleischverzehr von prämenopausalen Frauen mit dem Körperfett und Gewicht verglichen. Die Frauen mit dem niedrigsten Fleischkonsum waren am wenigsten übergewichtig; die Frauen mit dem höchsten Fleischkonsum hatten ein um 52,8 % vermehrtes Übergewichtsrisiko.

Quelle: MedlinePlus, 4. Juni 2006; Female meat-eaters more likely to be obese

Milchprodukte machen fett, Getreide und Gemüse halten schlank

Kinder mit dem höchsten Konsum an Milchprodukten sind fast doppelt so häufig über gewichtig im Vergleich zu denen, die am wenigsten Milchprodukte konsumieren. Dies zeigt eine neue Studie, die im Nutrition Journal veröffentlicht wurde und auf den Ergebnissen von 1.764 Kindern basiert. Weiter zeigt die Studie, dass der Verzehr von Getreide und Gemüse den gegenteiligen Effekt von Milchprodukten hat.

Je mehr Getreide und Gemüse von Kindern gegessen wird, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sie übergewichtig sind. Da die Verfettung der Menschen epidemische Ausmasse an nimmt und insbesondere Kinder davon betroffen sind, deren Eltern sich nicht um die Ernährung ihrer Kinder kümmern und/oder Fleisch und Milchprodukte für gesund halten, und Übergewicht eine ideale Grundlage für viele tödliche Erkrankungen darstellt, ist es wichtig, die Nahrungsmittel zu identifizieren, die zu Übergewicht und schwerwiegenden Erkrankungen führen. Dies ist wieder eine von vielen wissenschaftlichen Studien, die Milch und Milchprodukte als gesundheitsschädlich identifizieren.

Referenz: Matthews VL, Wien M, Sabaté J. The risk of child and adolescent overweight is related to types of food consumed. Nutr J. 2011;10:71.

Studie: Magermilch verhindert keine Fettleibigkeit bei Kindern

Nach einer neuen Studie, die in „Archives of Disease in Childhood“ veröffentlicht wurde, verringert die Wahl von fettarmer Milch anstelle von Vollmilch nicht das Risko von Fettleibigkeit bei Kindern. Die Forscher untersuchten den Milchkonsum und das Körpergewicht von 10.700 Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren als Teil der „Early Childhood Longitudinal Survey, Birth Cohort“ (ECLS-B). Diejenigen Kinder, die Milch mit 1 Prozent Fettgehalt oder Magermilch tranken, waren eher übergewichtig und fettleibig. Obwohl Magermilch etwas weniger Kalorien als Vollmilch hat, enthält sie trotzdem sehr viele Kalorien, ähnlich viel wie Limonade.

Referenz: Scharf RJ, Demmer RT, DeBoer MD. Longitudinal evaluation of milk type consumed and weight status in preschoolers. Arch Dis Child. 2013; 0:1-6.

Zufuhr tierlicher Proteine erhöht das Adipositas-Risiko bei Kindern

In einer Studie der spanischen Universitäten von Cordoba und Granada wurde Adipositas im Kindesalter untersucht. Ein erhöhter Verzehr tierlicher Proteine, besonders in frühen Lebensphasen, begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Insulinresistenz. Das Gleiche trifft auf ballaststoffarme Ernährungsformen (z.B. Süssigkeiten, Weissmehlprodukte) zu.

Referenz: Canete R et al: Development of insulin resistance and its relation to diet in the obese child; Eur J Nutr.2007 Jun; 46(4): 181-7

Studie: Übergewicht, Fettleibigkeit durch Fleischverzehr

Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Fleischverzehr und Übergewicht sowie die Fettverteilung im Bauchraum. Bei Männern war der Verzehr von Fleischprodukten mit Übergewicht, insbesondere auch mit einem erhöhten Bauchfettanteil assoziiert, bei Frauen zeigte der Verzehr gerade von rotem Fleisch diese Folgen.

Referenz: Cristofoletti MF et al.: Association of processed meat intake and obesitity in an population-based study of Japanese-Braszilians; Arg Bras Endocrinol Metabol. 2013 Aug; 57(6): 464-72

Studie: Rotes Fleisch erhöht Diabetes-Risiko und Körpergewicht

Laut einer Studie, die von der American Medical Association veröffentlicht wurde, erhöhen Menschen, die ihren Fleischkonsum steigern, ihr Gewicht und das Risiko für Diabetes Typ2. Die Forscher analysierten die Daten von 149.143 Teilnehmern aus der Health Professionals Follow-up Study, der Nurses ‘Health Study und der Nurses’ Health Study II und stellten fest, dass eine Steigerung um mehr als eine halbe Portion Fleisch pro Tag das Risiko für Typ-2-Diabetes um 48 Prozent erhöht. Ein sinkender Fleischkonsum hatte dagegen einen niedrigeres Körpergewicht und ein verringertes Risiko für Diabetes zur Folge.

Referenz: Pan A, Sun Q, Berstein AM, Manson JE, Willett WC, Hu FB. Changes in red meat consumption and subsequent risk of type 2 diabetes mellitus. JAMA Intern Med. Published ahead of print June 17, 2013.

Studie: Höherer Gewichtsverlust durch fettarme vegane Kost

Von der George Washington Universität wurde eine Studie an 64 übergewichtigen postmenopausalen Frauen durchgeführt. Die eine Hälfte der Probandinnen erhielt eine fettarme vegane Kost, die andere Hälfte eine Diät gemäss des amerikanischen National Cholesterol Education Program. Nach 14 Wochen hatte die Gruppe mit veganer Ernährung einen signifikant höheren Gewichtsverlust als die Kontrollgruppe.

Referenz: Barnard ND et al: The effects of a low-fat, plant-based dietary intervention on body weight

Studie: Mit veganer Ernährung verlieren Übergewichtige am besten Gewicht – ohne Kalorien zu zählen!

http://www.examiner.com/article/vegan-and-vegetarian-dieters-lose-weight-without-calorie-counting-says-study

Studie: Bei Übergewicht nimmt man mit einer veganen Ernährung ohne Kalorienzählen und ohne Hunger mehr ab als mit einer kalorienreduzierten Diät inklusive Hunger

http://news.yahoo.com/plant-based-diets-show-more-weight-loss-without-154600689.html

Fazit: Es wäre also besser gewesen, im Sinne der Kindergesundheit nicht nur einen Nährstoff (Zucker) anzusprechen, sondern insgesamt über eine gesunde Ernährung für Kinder zu informieren. Denn die gesündeste Ernährung für Kinder nach den Ergebnissen der wissenschaftlichen Ernährungsstudien ist ohne jeden Zweifel eine abwechslungsreiche vegane Kost, die nach den 7 goldenen Regeln zusammengestellt wurde:

http://www.provegan.info/de/die-7-hauptregeln-der-gesunden-veganen-ernaehrung/

Artikel über die Sendung: http://www.welt.de/vermischtes/article124057204/Wenn-die-Lebensmittelindustrie-Kinder-anfixt.html

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