«Dokumente zeigen, dass massgebliche Studien von einem einzigen Forscher stammen – und von der Industrie finanziert wurden.»
«Formaldehyd ist ein krebserregender Stoff, der in jeder Konzentration gesundheitsschädlich ist. Dieser Meinung war bis vor Kurzem auch die US-Regierung. Doch Ende 2025 schwächte die US-Umweltbehörde EPA diese Risikoeinschätzung überraschend ab.»
«Schon methodisch liegt bei der Neubewertung einiges im Argen: Die EPA stützt sich den Unterlagen zufolge erstens grösstenteils auf wenige Studien eines einzelnen Wissenschaftlers, des Toxikologen Rory Conolly. Diese sollen belegen, dass niedrige Formaldehydkonzentrationen sicher sind. Zweitens zieht sie begrenzte Daten anderer Forschender heran sowie Studien, welche die EPA zuvor als veraltet oder unzuverlässig eingestuft hatte.»
«Kritiker werfen der Umweltbehörde vor, Daten selektiv ausgewählt und gezielt einzelne Studien herausgegriffen zu haben. Breitere wissenschaftliche Erkenntnisse, die ein Krebsrisiko bereits bei niedrigeren Belastungen zeigen, habe die EPA dagegen ignoriert.»
«Ob Conolly objektiv und unabhängig geurteilt hat, ist zudem fraglich. Seine Studien umfassen einen Zeitraum von etwa 20 Jahren. Mindestens die frühen Arbeiten wurden laut dem «Guardian» vom Branchenverband Chemical Industry Institute of Technology finanziert, eine Studie von 2023 bezahlte der American Chemistry Council.»
