«Ärzte mit Gewissen heißt eine vergangene Woche erschienene Website, die sich mit den Schicksalen politisch verfolgter Ärzte befasst. Dort geht es nicht um die düstere Geschichte Deutschlands, sondern um die Gegenwart. Bestraft, teils mit Gefängnis, werden derzeit Ärzte, die die Regeln der Wissenschaft beachtet haben – bzw. genau deswegen –, aber nicht zum gesundheitspolitisch gewünschten Ergebnis gekommen sind und entsprechend gehandelt haben. Dies verdient eine nähere Betrachtung, um zu verstehen, warum diese Verfolgung von Ärzten die ordnungsgemäße Ausübung des Arztberufs unmöglich zu machen droht.»
«Am 10. Januar 2026 kritisierte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. öffentlich die strafrechtliche Verfolgung kritischer Ärzte in Deutschland. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte noch am selben Tag die deutsche Justiz — nur wenige Wochen später wurde der Haftantritt von Dr. Witzschel durchgesetzt.»
«Grob gesagt entscheidet der Staat mit seinen Institutionen darüber, was ein „unrichtiges Zeugnis“ ist, und lässt dabei einfließen, ob das medizinische Ergebnis, zu dem der Arzt in dem Zeugnis gelangt ist, als korrekt gilt. Dem Arzt, der der Regierungslinie nicht treu ist, drohen Strafverfolgung und die Zerstörung seiner Existenz.»
«Gewissenhafte Ärzte richten sich nach dem Genfer Gelöbnis, einer Deklaration des Weltärztebundes, die der Nachfolger des Hippokratischen Eides ist. Danach müssen Ärzte ihr Leben in den Dienst der Menschlichkeit stellen und ihr medizinisches Wissen zum Wohle des Patienten und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen. Eine uneingeschränkte Einhaltung dieses Gelöbnisses ist im Deutschland der 2020er Jahre nur noch schwer möglich.»
