«Als erste Hauptstadt verbietet Amsterdam Werbung für Fleischprodukte. Bei uns wird sie weiterhin mit Steuergeldern gefördert.»
«Im Januar stimmten 27 der 45 Mitglieder des Amsterdamer Gemeinderats für ein Verbot von Fleischwerbung. Der Vorstoss mit dem Titel «Werbung stoppen, die zur Klimakrise beiträgt» wurde im April 2024 von der Partei für die Tiere (Partij voor de Dieren) und der Grün-Links-Partei (GroenLinks) eingebracht und wird ab dem 1. Mai umgesetzt.»
«Die internationale Produktionskette von Fleisch ist enorm umweltschädlich, von der Abholzung des Amazonas bis zum Transport von Tierfutter und lebenden Tieren rund um die Welt.»
«Das Verbot in Amsterdam soll zum Ziel der Stadt beitragen, wonach bis 2050 die Ernährung von 50 Prozent ihrer Einwohner pflanzenbasiert sein soll. Die Einschränkung gilt für Werbung im öffentlichen Raum und umfasst Plakatwände, Bushaltestellen, Bahn- und Tramstationen sowie sämtliche Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs. In Schaufenstern dürfen Fleischprodukte jedoch weiterhin beworben werden.»
«Amsterdam ist nicht die erste Stadt, die ein solches Verbot von Fleischwerbung einführt. Die niederländische Stadt Haarlem hat 2022 als weltweit erste Stadt ein solches Verbot beschlossen. Ein Jahr später folgten weitere Städte in den Niederlanden wie Utrecht, Den Haag, Zwolle, Nijmegen und Delft.»
«Proviande, der Branchenverband der Schweizer Fleischwirtschaft, erhält jährlich 5,2 Millionen Franken an Bundesgeldern für Marketing- und Kommunikationsaktivitäten. 2015 waren es noch 6,1 Millionen Franken, als Beat Jans den Betrag infrage stellte. Die Mitglieder von Proviande steuern einen gleich hohen Betrag bei, womit das jährliche Werbebudget rund 10 Millionen Franken beträgt.»
«Das Ziel unserer Marketing- und Kommunikationsaktivitäten ist nicht, den Fleischverkauf anzukurbeln. Unser Ziel ist es, die Konsumenten davon zu überzeugen, dass Fleisch ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist und dass sie Schweizer Fleisch importiertem Fleisch vorziehen sollten», sagt Proviande-Sprecher Philippe Haeberli.
«In der Schweiz gibt es zudem eine weitere Hürde: die direkte Demokratie. Jedes vom Stadtparlament verabschiedete Gesetz oder jede Änderung eines bestehenden Gesetzes kann mit einem Referendum angefochten werden.»
Anmerkung: Wenn man den widersprüchlichen Unfug von Proviande-Sprecher Haeberli liest, dann reibt man sich die Augen, weil man denkt, man habe sich verlesen. Wenn «Fleisch ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist» und Haeberli dafür wirbt, dann folgt logischerweise daraus, dass er mit mehr Fleisch zu dieser vermeintlich ausgewogenen Ernährung kommen bzw. beitragen möchte. Doch was ist überhaupt eine «ausgewogene Ernährung»? Eine Ernährung, die ausgewogen auch krebserregende Tierprodukte erhält? Allerdings versteht der Normalbürger unter «ausgewogener Ernährung» wohl eher eine gesunde Ernährung. Hier sieht man sehr schön, wie der Konsument mit kunstvollem Geschwurbel getäuscht wird.
Ich finde die direkte Demokratie hervorragend, allerdings hat auch sie ihre Grenzen. Denn positive Ergebnisse durch sie sind nur dann zu erwarten, wenn mindestens 50 % der Bürger genügend Intelligenz, Vernunft und Moral besitzen, um gute Entscheidungen zu treffen. Das bezweifele ich allerdings vehement. Was ich allerdings nicht bezweifele, ist, dass es unter den Bürgern einen höheren Anteil an Personen mit Intelligenz, Vernunft und Moral gibt als unter den Politikern. Das macht die direkte Demokratie zum besten Modell was zur Verfügung steht.
