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http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/br/2014/30042014-02-100.html

Die Sendung enthielt wenig zutreffende Kritik und zumeist aber sachlich völlig falsche bzw. undifferenzierte Aussagen.

Schauen wir uns die einzelnen Aussagen der Sendung einmal genauer an:

„Mediziner warnen vor der radikalen Ernährungsumstellung.

Diese Aussage ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass unwissende Mediziner warnen und wirkliche Experten eine abwechslungsreiche vegane Ernährung empfehlen. Das Problem ist nur, dass die meisten Mediziner keine Kenntnisse von Ernährung haben, weil es nicht zur medizinischen Ausbildung im Studium gehört.

Stellungnahme zu den industriell verarbeiteten Produkten und Ersatzprodukten:

Industriell verarbeitete vegane Produkte und die meisten veganen Ersatzprodukte für Fleisch und Käse sind ganz sicher nicht gesund. Deshalb empfehle ich in den 7 Regeln der gesunden veganen Ernährung, am besten so weit wie möglich auf diese Produkte zu verzichten. Allerdings halte ich diese industriell erstellten Ersatzprodukte immer noch für etwas besser als Fleisch und Käse, weil die gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe der Tierprodukte fehlen.

„Doch veganer Küche fehlt es häufig an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. Für sämtliche Ernährungsexperten ist das Risiko der Mangelernährung zu groß.“

Es ist eine grob falsche Aussage, dass „sämtlichen Ernährungsexperten ist das Risiko der Mangelernährung zu groß sei“. Ich erwähne nur Campbell, Esselstyn, Ornish, Barnard, McDougal, Amerikanische Gesellschaft für Ernährung, PCRM und viele andere, inklusive meiner Person, die eine vegane Ernährung empfehlen. Der Autor Jan Zimmermann lügt hier also ganz offensichtlich.

Suggeriert wird mit diesen Aussagen, dass vegane Ernährung generell ungesund sei. Schaut man die Aussagen näher an, dann heisst es dort „häufig“ und „Risiko zu groß“. Das heisst aber nichts anderes, als dass es einer veganen Ernährung nur dann „an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen fehlt“ und „das Risiko der Mangelernährung zu groß ist“, wenn sie nicht richtig durchgeführt wird. Aber dies ist mit allen Dingen im Leben so. Was man nicht richtig macht, birgt ein hohes Risiko: Wenn ich mich beim Autofahren nicht an die Verkehrsregeln halte, habe ich ein erhöhtes Unfallrisiko, wenn ich als Pilot nicht weiss, wie ich einen Jumbojet zu fliegen haben, dass stürze ich wahrscheinlich ab, wenn ich mich nicht mit Ernährung auskenne und mich omnivor mit Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern ernähre, dann riskiere ich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Demenz und anderen schweren chronischen Leiden zu erkranken und wenn ich mich falsch vegan ernähre, dann kann ich auch krank werden. Genau deshalb bemüht sich meine ProVegan-Stiftung, den Menschen zu erklären, dass eine vegane Ernährung nicht immer gesund ist, sondern dass man einige wenige Regeln beachten muss, die ich in den 7 Regeln der gesunden Ernährung zusammengefasst habe: http://www.provegan.info/index.php?id=234&L=0 Durch die Initiative „VeganGesund“ der ProVegan-Stiftung kann jeder eine gesunde vegane Ernährung kostenfrei ausprobieren: http://www.vegangesund.info/index.php?id=252&L=0

Das wirklich Erstaunliche dieser Plusminus-Sendung ist aber, dass sich zwei ärztliche Kollegen zu blamablen und absurden Aussagen hinreisen haben lassen, was nur aus zwei Gründe erfolgt sein kann:

  1. Nicht existierendes Basiswissen über Nährstoffe und Ernährung. Sie sind zwar Experten auf ihren jeweiligen Forschungsgebieten, haben aber keine grundlegenden Kenntnisse über Ernährung und Nährstoffgehalt von Nahrungsmitteln.
  2. Verbindungen zur oder Abhängigkeiten von der Nahrungsmittelindustrie.

Stephan Bischoff behauptet, dass er bei Veganern folgende Mangelerscheinungen beobachtet: „Eiweißmangel, Eisenmangel, Kalziummangel, Jodmangel, Zinkmangel, um nur einige zu nennen.“

Wenn man sich einseitig vegan ernährt, kann man natürlich diese Mangelerscheinungen erleiden, allerdings leiden weit mehr Omnivore an diesen Mangelerscheinungen und sie sind vor allem nicht typisch für eine vegane Ernährung.

Ein Eiweissmangel ist bei einer abwechslungsreichen veganen Ernährung gar nicht möglich, weil pflanzliche Nahrungsmittel sehr viel Protein enthalten.

Ein Eisenmangel ist ganz überwiegend von einem Blutverlust abhängig und nicht von der Ernährungsform. Gerade wenn Kleinkinder mit Kuhmilch ernährt werden, kommt es in vielen Fällen zu Blutungen und damit Blutverlusten im Magen-Darm-Bereich. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten teilweise sogar sehr viel Eisen. Man kann die Resorption von Eisen aus dem Darm steigern, wenn man z. B. einen Vitamin-C-haltigen Fruchtsaft zu den Mahlzeiten trinkt.

Ein Kalziummangel und damit Knochenerkrankungen kommen ganz überwiegend bei Omnivoren vor. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten oftmals mehr Kalzium mit einer höheren Bioverfügbarkeit als Milch. Zudem scheinen Veganer weniger Kalzium benötigen, da sie kein tierlichen Protein aufnehmen, was zu Kalziumverlusten über die Nieren führt.

Jodmangel ist ein generelles Problem, weshalb heutzutage allen Menschen empfohlen wird, jodiertes Speisesalz zu verwenden.

Zink stellt in einer abwechslungsreichen veganen Ernährung überhaupt kein Problem dar.

Der einzige Nährstoff, der tatsächlich bei veganer Ernährung supplementiert werden sollte, Vitamin B12, erwähnt Herr Bischoff nicht! Dies spricht nicht unbedingt für sein Fachwissen.

Weitergehende Infos zu den Nährstoffen: http://www.veganbook.info/mangelt-es-veganern-an-wichtigen-naehrstoffen-auch-wenn-sie-genuegend-vitamin-b12-aufnehmen/

Yurdagül Zopf dagegen macht deutlich: „Ein Vitamin B12 Mangel kann neurologisch schwere Folgen haben, wenn die Gehirnentwicklung darunter leidet, wenn die Patienten motorische Probleme bekommen. Sie können sich dann nicht mehr richtig bewegen.“

Die Aussage ist vollkommen richtig. Und gerade deshalb weist die ProVegan-Stiftung immer wieder auf die Bedeutung einer Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 hin. Jedem Ansinnen von Pseudoexperten und Wichtigtuern, die eine Vitamin B12 Supplementierung in Abrede stellen, wird von meiner Seite aus scharf entgegengetreten.

Zopf weiter: „Das ist auf jeden Fall eine Form der Körperverletzung, so würde ich es sehen. Wir haben diese ganz große Gefahr, dass Kinder, die vegan ernährt werden, Probleme entwickeln, die wir nicht mehr korrigieren können.“

Diese Aussage von Zopf ist undifferenziert und daher fachlich falsch, ja geradezu absurd, obwohl durch Vitamin-B12-Mangel entstandene Schäden tatsächlich nicht mehr korrigiert werden können. Abwechslungsreich vegan ernährte Kinder mit B12 Supplementierung entwickeln sich prächtig und erfreuen sich bester Gesundheit. Eine vegane Ernährung unter Beachtung der 7 Regeln ist für Kinder auf jeden Fall die gesündeste Ernährung. Wenn Kinder nicht nach den 7 Regeln ohne B12-Supplementierung ernährt werden, dann ist dies auf jeden Fall auch nach meiner Meinung eine Körperverletzung. Aber den Kindern Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier zu geben, ist mindestens eine genau so grosse Körperverletzung.

Weitere Infos zur veganen Kinderernährung:

http://www.veganbook.info/kategorie/vegane-kinderernaehrung/

http://www.veganbook.info/die-unserioesen-machenschaften-der-deutschen-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-nachgewiesen-am/

Stephan Bischoff weiter: „Offensichtlich werden für die Aufnahme bestimmter Nahrungsstoffe andere Komponenten gebraucht, die wir meistens noch gar nicht kennen, die aber über die Nahrungsmittel gegeben sind und eben über Nahrungsergänzungsmittel leider nicht gegeben sind.“

Diese Aussage von Bischoff ist zwar korrekt, hat aber nichts mit veganer Ernährung zu tun. Denn Nahrungsergänzungsmittel können tatsächlich keine optimale Gesundheit gewährleisten, sondern schaden in der Regel mehr als nützen, gerade weil zu viel Vitamine aufgenommen werden. Dies gilt aber nicht für Vitamin B12, das als Nahrungsergänzung bestens resorbiert wird, wenn keine Störungen im Magen-Darm-Bereich vorliegen. Es kann zudem als wasserlösliches Vitamin oral nicht überdosiert werden.

Fazit: Die Warnungen vor veganer Ernährung sind fachlich falsch, weil völlig undifferenziert. Eine Warnung vor einer ungesunden veganen Ernährung, die nicht den 7 Regeln folgt, wäre bzw. ist absolut gerechtfertigt und auch wichtig. Denn die Masse der industriellen veganen Nahrungsmittel sind ebenso ungesund wie die Mehrzahl der Rezepte in veganen Kochbüchern. Führt man aber die vegane Ernährung abwechslungsreich und unter Supplementierung von Vitamin B12 durch, ist sie ohne jeden Zweifel die gesündeste Ernährung, ja sogar die einzig gesunde Ernährung. Denn eine Ernährung mit ungesunden Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern ist immer ungesund, weil immer gesundheitsschädliche Substanzen in diesen Tierprodukten enthalten sind. Und eine Ernährung mit gesundheitsschädlichen Substanzen kann nicht gesund sein. Das versteht sogar ein Laie. Durch jede abwechslungsreiche Ernährung, ob omnivor, vegetarisch oder vegan, erhält man alle benötigten Nährstoffe. Aber was eine Ernährung wirklich gesund macht, ist die weitestgehende Abwesenheit gesundheitsschädlicher Substanzen. Und dies ist nur bei veganer Ernährung gewährleistet. Denn alle Tierprodukte enthalten gesundheitsschädliche Substanzen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen und deshalb unbestreitbar.

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