Eine grosse dänische Studie mit Daten von rund 3 Millionen Frauen untersuchte, ob hormonelle Verhütungsmittel mit bestimmten Gestagenen das Risiko für Meningeome (Tumore der Hirnhaut) erhöhen. Dazu wurden über 25 Jahre 1.473 Frauen mit einem neu diagnostizierten Meningeom mit 14.717 vergleichbaren Frauen ohne Meningeom verglichen.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Mehrere gestagenhaltige Verhütungsmittel waren mit einem leicht erhöhten Risiko für ein Meningeom verbunden. Betroffen waren unter anderem Präparate mit Desogestrel, Drospirenon, Gestoden, Levonorgestrel und Cyproteron.
- Das höchste Risiko zeigte sich bei Medroxyprogesteron-Spritzen (Depot-Spritzen). Dieses Ergebnis bestätigt frühere Studien.
- Hormonspiralen mit hoher Levonorgestrel-Dosis (52 mg) waren ebenfalls mit einem erhöhten Risiko verbunden – insbesondere bei einer Anwendung von mehr als einem Jahr. Für niedrig dosierte Hormonspiralen fand sich kein eindeutiger Zusammenhang.
- Das Risiko war am grössten während der aktuellen oder kürzlich beendeten Anwendung und nahm nach dem Absetzen wieder ab. Etwa fünf Jahre nach dem Absetzen war kein erhöhtes Risiko mehr nachweisbar.
Die Forscher betonen, dass Meningeome insgesamt selten sind. Auch wenn das relative Risiko bei einigen Präparaten erhöht war, bleibt das absolute Risiko für die einzelne Anwenderin gering, insbesondere bei jüngeren Frauen. Die Ergebnisse sollen daher nicht verunsichern, sondern Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen bei der Wahl eines geeigneten Verhütungsmittels unterstützen.
Aufgrund der Grösse der Studie und der biologischen Plausibilität liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise, die bei der Nutzen-Risiko-Abwägung hormoneller Verhütungsmittel berücksichtigt werden sollten.
Referenz: Hasselblad Lundstrøm N, Hjorslev Knudgaard M, Skaarup Pedersen M, Schougaard Christiansen ML, Wessel Skovlund C. Contraceptive Progestogens and Incident Meningioma. JAMA Netw Open. 2026;9(7):e2622603. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.22603
