Die Studie untersuchte, ob sich der Nährstoffstatus schwangerer Veganerinnen von dem schwangerer Mischköstlerinnen unterscheidet. Es handelte sich um eine kleine, prospektive Pilotstudie aus Deutschland mit 32 vegan lebenden und 13 omnivor lebenden Schwangeren. Blutwerte wurden einmal zwischen der 9. und 16. sowie erneut zwischen der 35. und 38. Schwangerschaftswoche bestimmt.
Bei Vitamin B12, Folat, Vitamin D, Vitamin B2 sowie Eisenparametern wie Hämoglobin und Ferritin fanden die Forschenden nach statistischer Anpassung keine signifikanten Unterschiede zwischen Veganerinnen und Mischköstlerinnen. Insbesondere wurde bei keiner Teilnehmerin ein Vitamin-B12-Mangel festgestellt.
Deutlichere Unterschiede gab es bei den Fettsäuren. Zu Beginn der Schwangerschaft hatten Veganerinnen im Mittel niedrigere Blutspiegel der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (−52 %) und DHA (−43 %) sowie niedrigere Werte einiger Omega-6-Fettsäuren. Gegen Ende der Schwangerschaft waren EPA und DHA dagegen nicht mehr signifikant verschieden; dafür waren die pflanzlichen Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA) und Linolsäure bei den Veganerinnen höher. Für viele dieser Fettsäuren existieren zudem keine etablierten Referenzwerte speziell für Schwangere.
Ein Detail fiel auf: Zu Beginn der Schwangerschaft lagen bei 34 % der Veganerinnen, aber bei keiner der omnivoren Teilnehmerinnen, die Vitamin-B2-Werte unter dem verwendeten Laborreferenzbereich. Dieser Unterschied bestand gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr.
Die Studie spricht dafür, dass eine gut geplante und entsprechend supplementierte vegane Ernährung während der Schwangerschaft bei den untersuchten Vitaminen und beim Eisenstatus vergleichbare Blutwerte ermöglichen kann wie eine Mischkost. Besondere Aufmerksamkeit verdienen möglicherweise die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.
Kurz gesagt: Bei gut supplementierenden veganen Schwangeren waren Vitamin-B12-, Vitamin-D-, Folat- und Eisenstatus ähnlich wie bei Mischköstlerinnen. Auffällig waren vor allem Unterschiede im Fettsäuremuster, insbesondere niedrigere EPA- und DHA-Werte zu Beginn der Schwangerschaft.
Ob schwanger oder nicht, ich empfehle für Veganer und Nichtveganer drei Nahrungsergänzungsmittel: Vitamin B12, Vitamin D und ein Omega-3-Algenöl. Alle anderen Supplemente nur bei Bedarf, wenn ein Mangel festgestellt wurde oder wahrscheinlich erscheint.
Referenz: Koeder C, Feuerlein K, Bauer A, et al. Nutrient status in pregnant vegans and omnivores: an exploratory prospective pilot study (PREGGIE). Food and Humanity. 2026:101412.
