Die Forscher untersuchten, ob der Vitamin-C-Spiegel im Blut mit der Struktur des Gehirns zusammenhängt. Dafür analysierten sie Blutproben und MRT-Aufnahmen von 2.044 älteren Menschen aus Japan; das mittlere Alter lag bei ungefähr 69 Jahren.
Menschen mit höheren Vitamin-C-Werten hatten im Durchschnitt:
- etwas mehr graue und weiße Hirnsubstanz im Verhältnis zur Kopfgrösse,
- günstigere Strukturmuster in Teilen des sogenannten Default Mode Network – einem Netzwerk von Hirnregionen, das unter anderem bei Erinnern, Nachdenken und Selbstwahrnehmung beteiligt ist.
Die Zusammenhänge blieben auch bestehen, nachdem die Forschenden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Alkoholkonsum und körperliche Aktivität statistisch berücksichtigt hatten. Besonders zeigten sich Zusammenhänge in Regionen wie dem hinteren und mittleren Gyrus cinguli sowie dem medialen präfrontalen Cortex.
Obwohl die Ergebnisse statistisch eindeutig waren, waren die Unterschiede eher klein. Die Autoren selbst beschreiben die Effektstärken als moderat beziehungsweise gering. Ausserdem bestand kein direkter Zusammenhang zwischen dem Vitamin-C-Spiegel und dem Ergebnis des allgemeinen MMSE-Gedächtnistests.
Die Untersuchung war eine Querschnittsstudie: Vitamin-C-Spiegel und Gehirn wurden nur zu einem Zeitpunkt gemessen. Daher lässt sich nicht sagen, ob Vitamin C die günstigeren Hirnstrukturen verursacht hat.
Ebenso denkbar ist, dass Menschen mit höheren Vitamin-C-Werten insgesamt:
- gesünder essen,
- einen gesünderen Lebensstil haben,
- ein niedrigeres Körpergewicht besitzen,
- oder sozial und gesundheitlich anders aufgestellt sind.
Einige dieser möglichen Einflussfaktoren – etwa die gesamte Ernährung, der Body-Mass-Index und der sozioökonomische Status – wurden nicht vollständig erfasst. Zudem wurde der Vitamin-C-Spiegel nur einmal gemessen.
Fazit
Höhere Vitamin-C-Spiegel im Blut gingen mit geringfügig günstigeren MRT-Merkmalen des Gehirns einher.
Sie beweist aber nicht, dass Vitamin-C-Präparate das Gehirn schützen, Demenz verhindern oder die geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Dafür wären langfristige Studien und vor allem randomisierte Interventionsstudien erforderlich. Eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung durch eine ausgewogene, obst- und gemüsereiche Ernährung erscheint sinnvoll; eine Empfehlung für hoch dosierte Supplemente lässt sich aus dieser Studie nicht ableiten.
Referenz: Nagaya H, Watanabe K, Shintaku T, Sasaki M, Kudo J, Kasai S, et al. Plasma vitamin C levels are associated with brain structural networks on MRI: a large cohort study. PLoS One. 2026;21(6):e0348504. doi:10.1371/journal.pone.0348504.
