«Eine neue US-Studie mit über 100 Millionen Teilnehmenden zum Krebsrisiko zeigt: Wer verheiratet ist, profitiert gesundheitlich – vor allem im Alter.»
«Einer neuen Studie zufolge haben sie ein niedrigeres Krebsrisiko als unverheiratete Menschen. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied bei oft durch vermeidbare Risikofaktoren ausgelösten Krebsarten, die etwa in Zusammenhang mit Rauchen, Alkohol oder Infektionen stehen.»
Ergebnisse:
- «Unter Erwachsenen, die noch nie verheiratet waren, lagen die Krebsraten höher als bei jenen, die – entweder zum Zeitpunkt der Erhebung oder zu einem früheren Zeitpunkt – verheiratet waren.»
- «Stark zeigte sich der Zusammenhang des Krebsrisikos mit dem Familienstatus für jene Krebsarten, die unter anderem mit vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen oder Trinken in Verbindung stehen – darunter etwa Lungenkrebs und Speiseröhrenkrebs.»
- «Bei älteren Erwachsenen über 50 Jahren war der positive Zusammenhang stärker als bei Jüngeren. Je mehr Menschen alterten und ihr Krebsrisiko steige, desto stärker profitierten sie in dieser Hinsicht wohl von der Ehe, schreiben die Autoren.»
«Erstaunlicherweise ließ sich – entgegen den Ergebnissen ähnlicher Studien – auch analysieren, dass Frauen sogar etwas stärker profitierten als Männer: Unverheiratete Frauen hatten demnach eine 85 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Krebs als verheiratete oder vormals verheiratete. Bei Männern lag dieser Wert bei 70 Prozent.»
«Besonders stark zeigte sich der Unterschied bei zwei Krebsarten: Bei erwachsenen, noch nie verheirateten Männern war die Analkrebsrate rund fünfmal so hoch wie bei den verheirateten. Und bei noch nie verheirateten Frauen war die Gebärmutterhalskrebsrate fast dreimal so hoch wie bei den verheirateten. Beide Krebsarten können unter anderem durch HPV-Infektionen ausgelöst werden, weshalb sich hier der Studie zufolge mutmaßlich das tendenziell unterschiedlich gestaltete Sexualleben von Verheirateten und Unverheirateten bemerkbar machen könnte.»
Anmerkung: Nach meiner Ansicht ist der Hauptunterschied im Krebsrisiko – ausser im Sexualverhalten – auf eine gesündere Lebensweise der Verheirateten zurückzuführen. Unverheiratete nehmen häufiger unregelmässig Mahlzeiten zu sich und achten wahrscheinlich weniger auf gesunde Ernährung. In Partnerschaften sind gemeinsame Mahlzeiten üblich, bei denen dann eher auf gesunde Ernährung achtet, als wenn nur eine Person satt werden möchte. Insgesamt scheint auch der Tagesablauf bei Verheirateten regelmässiger gestaltet zu sein.
Referenz: Pinheiro PS, Balda AN, Cranford HM, Crane TE, Kobetz EN, Penedo FJ. Marriage and cancer risk: A contemporary population-based study across demographic groups and cancer types. Cancer Res Comm. 2026;6(4):783-791. doi: 10.1158/2767-9764.CRC-25-0814
