«Studie um Studie belegt, dass Feinstaub schlecht fürs Gehirn ist. Nun zeigt ein Experiment mit Luftfiltern, wie umgekehrt saubere Luft die Denkleistung verbessert.»
«Luftverschmutzung beeinträchtigt das Gehirn. Sie schädigt das Denkorgan schon im Mutterleib und ist wahrscheinlich ein Risikofaktor für Demenz. Dieselabgase können sogar kurzfristig die funktionelle Konnektivität im Gehirn, also die Denkleistung, verringern.»
«Aber wenn schlechte Luft schlecht fürs Gehirn ist, ist dann umgekehrt saubere Luft gut fürs Gehirn? Dieser Frage sind Forschende aus den USA nachgegangen, ihre Ergebnisse veröffentlichten sie vorab in einer Pre-Print-Studie. Das Team hatte 119 Probanden aus dem Großraum Boston ausgewählt, die maximal 200 Meter von einer großen Hauptstraße entfernt wohnten und zwischen 30 und 74 Jahre alt waren.»
«Das Ergebnis: Bei Menschen, die älter als 40 Jahre waren, beeinflusste der Luftfilter signifikant, wie sie in den Tests abschnitten. So waren exekutive Funktionen und mentale Flexibilität mit Filter im Schnitt um 12 Prozent verbessert. Die Forschenden schreiben, das sei vergleichbar mit dem Effekt, den zusätzliche Bewegung auf die Denkleistung hat.»
«So hatte bereits 2022 ein Team um Gabriele Doblhammer von der Universität Rostock in einer vielbeachteten Studie die Auswirkungen von Feinstaub auf die Hirnleistung untersucht. Die Forschenden brachten die Ergebnisse kognitiver Tests von knapp 50 000 Erwachsenen mit den Feinstaubwerten der letzten zehn Jahre an deren Wohnort in Verbindung. Je höher die Konzentration an bis zu 2,5 Mikrometer großen Feinstaubpartikeln, desto schlechter schnitten die Betroffenen in den Tests ab. Der mutmaßliche Grund: Feinstaub gelangt über das Blut ins zentrale Nervensystem und löst dort Entzündungen aus.»
«In einer Studie an Schwangeren in Ulan-Bator, der Hauptstadt der Mongolei, bekam die Hälfte der Probandinnen einen Luftfilter bereitgestellt, den sie bis zur Geburt des Kindes nutzen sollten. Ulan-Bator ist weltweit eine der Städte mit der höchsten Luftverschmutzung. Im Alter von vier Jahren wurde der IQ der Kinder gemessen. Bei den Kindern, deren Mütter einen Luftfilter besaßen, lag er im Schnitt um 2,8 Punkte höher. Außerdem verfügten sie über ein messbar besseres Wortverständnis.»
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/feinstaub–wie-luftfilter-das-denken-verbessern-37373664.html
