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Regelmässig erhalte ich Anfragen, wenn sich wieder einmal jemand in den Medien über die vegane Ernährung negativ geäussert hat. Es ist schon erstaunlich, dass sich ernährungswissenschaftliche und medizinische Laien (wie zum Beispiel aktuell wieder eine TV-Köchin) zu den gesundheitlichen Aspekten der Ernährung äussern. Obwohl fachlich völlig inkompetent, plaudern diese Laien ohne Sinn und Verstand drauf los. Für mich ist erstaunlich, dass Medien diesen Ahnungslosen und Laien überhaupt einen Raum geben, ihren blamablen Unfug zu präsentieren. Sollten die Medien nicht eigentlich zu seriöser wahrheitsgemässer Information verpflichtet sein? Noch erstaunlicher ist, dass Menschen diesen Unsinn überhaupt zur Kenntnis nehmen. Nur weil es ein Laie durch geschickte Selbstdarstellung in die Medien schafft, wird seinen Äusserungen schon Beachtung geschenkt.

Bedenklicher wird es allerdings, wenn sich bekannte Ernährungsorganisationen wie die DGE gegen eine vegane Ernährung, insbesondere gegen eine vegane Kinderernährung, aussprechen. Äussern sich vermeintliche Ernährungsexperten negativ zur veganen Ernährung, dann lässt dies nur zwei Schlussfolgerungen zu:

  1. Sie sind durch zu enge (finanzielle) Verbindungen zur Nahrungsmittelindustrie korrumpiert
  2. Sie sind gar keine wirklichen Experten, weil sie die wissenschaftlichen Fakten nicht kennen.

Aber wie sehen die wissenschaftlichen Fakten aus? Ist ein Nährstoffmangel bei veganer Ernährung möglich, wenn man sich abwechslungsreich unter Berücksichtigung einer genügenden Zuführ von Vitamin B12 vegan ernährt? Ernährungslaien und Ernährungsbetrüger behaupten gebetsmühlenartig, dass es Veganern an Protein, Folsäure, Eisen und Kalzium mangeln würde. Professor Dr. Campbell hat dazu eine Tabelle (China Study, S. 247) erstellt, um die reinen Fakten für sich sprechen zu lassen.

Verglichen wurden der Nährstoffgehalt von 500 kcal pflanzlicher Nahrungsmittel (gleiche Anteile von Tomaten, Spinat, Bohnen, Erbsen und Kartoffeln) mit dem Nährstoffgehalt von 500 kcal tierlicher Nahrungsmittel (gleiche Anteile von Rind-, Schwein- und Hühnerfleisch sowie Vollmilch). Die Fakten entlarven die Ernährungsbetrüger sofort. Denn mit einer abwechslungsreichen, rein pflanzlichen Ernährung ist man nicht nur optimal, sondern sogar weitaus besser mit Nährstoffen versorgt als mit omnivorer Ernährung. Objektiv betrachtet mangelt es einer abwechslungsreichen veganen Ernährung nur an den vielen gesundheitsschädlichen Bestandteilen der Tierprodukte (kanzerogene Umweltgifte wie PCPs, Dioxine, Hormone, kanzerogenes Tiereiweiss usw.).

Schauen wir uns die einzelnen Nährstoffe einmal genauer an:

Protein

Wir finden den nahezu gleichen Gehalt an Proteinen in Pflanzenkost und Tierkost! Zudem zeigen die Studien, dass tierliches Protein gesundheitsschädlich (krebsfördernd) und pflanzliches Protein gesundheitsförderlich ist!

Folsäure

ist fast ausschliesslich in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Jetzt wissen Sie auch, warum Schwangeren und Babys die zusätzliche Einnahme von Folsäure als Nahrungsergänzung empfohlen wird: Weil in Wirklichkeit die gesundheitsgefährdende omnivore Ernährung eine Mangelernährung ist! Der typische Folsäuremangel einer omnivoren Ernährung bedingt erhebliche Risiken für das Kind: Neuralrohrdefekt, Spina bifida (offener Rücken), Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Fehlbildungen der Harnwege, Tumoren des Zentralnervensystems. Ausserdem besteht bei Folsäuremangel das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt.

Eisen

In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist sehr viel Eisen enthalten. Wenn Sie Fruchtsäfte mit Vitamin C zu den Mahlzeiten trinken, können Sie die Resorption von Eisen sogar noch steigern. Es stimmt zwar, dass tierliches Hämeisen besser resorbiert wird, allerdings weisen viele Studien sogar auf eine gesundheitliche Gefährdung durch zu viel Hämeisen hin! Eisenmangel wird übrigens in der Regel durch zu hohe Blutverluste (z.B. Monatsblutung) verursacht und nicht durch die Ernährung!

Kalzium

In einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung ist sogar besonders viel Kalzium enthalten! Damit nicht genug: Das in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthaltene Kalzium hat sogar eine bessere Bioverfügbarkeit. Die gesundheitsgefährdenden Aussagen der Ernährungsbetrüger werden auch perfekt als „die Milchlüge“ zusammengefasst. Milch und Milchprodukte wegen Kalzium zu konsumieren, ist genauso dumm, als wenn man Giftpilze wegen der darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe verzehren würde.

Die Fakten zeigen eindeutig auf, wie krass die Ernährungslaien und Ernährungsbetrüger lügen. Selbst wenn man durch eine omnivore Ernährung alle essentiellen Nährstoffe ausreichend aufnehmen kann, so kann sie doch niemals gesund sein. Dies hat zwei Gründe:

  1. Die natürlicherweise in Tierprodukten vorkommenden gesundheitsschädlichen Substanzen wie Wachstumshormone, Sexualhormone, kanzerogenes Tierprotein, gesättigte Fette und Cholesterin.
  2. Fast ausschliesslich Tierprodukte sind mit kanzerogenen Umweltgiften belastet. Dies wird staatlicherseits seit langem ermittelt und auch publiziert:

Das deutsche Bundesumweltamt schreibt in einer Publikation:

„Die Dioxin- und dl-PCB-Aufnahme durch den Menschen erfolgt zu über 90% mit der Nahrung über fetthaltige tierische Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Fisch und Eier. Nahezu zwei Drittel dieser Aufnahme erfolgt über den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Fische sind zwar – je nach Fettgehalt – vergleichsweise höher mit Dioxinen belastet, werden jedoch in kleinen Mengen in Deutschland konsumiert. Entscheidend für die toxische Wirkung sind jedoch nicht die tägliche Aufnahme, sondern die Anreicherung im Fettgewebe und in der Leber und die dabei entstehende Belastung im menschlichen Körper.“

Und weiter: „Dioxine und dl-PCB sind langlebige Stoffe, die in der Umwelt nur sehr schwer abgebaut werden und sich in Lebewesen anreichern (Bioakkumulation). Für Menschen und Tiere sind sie sehr giftig. Stoffe mit dieser Kombination von Eigenschaften sind besonders gefährlich und werden auch als PBT- bzw. vPvB-Stoffexxx bezeichnet.“

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte einen neuen Bericht über Schadstoffe in Lebensmitteln am 8. Oktober 2013. Danach werden die vorherigen Untersuchungen bestätigt, wonach 92 % aller kanzerogenen Giftstoffe (PCB, Dioxine) in Nahrungsmitteln aus Tierprodukten stammen. Am höchsten belastet sind Milchprodukte, aus denen 54 % aller kanzerogenen Giftstoffe in Nahrungsmitteln stammen. 35 % der Giftstoffe stammen aus Fleisch und Fisch. Nur 8 % aller Giftstoffe stammen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Fazit

Eine omnivore Ernährung kann also gar nicht gesund sein. Dies gilt besonders für Kinder. Wer etwas anderes sagt, der lügt, aus welchen Gründen auch immer. Die einzig wirklich gesunde Ernährung ist eine abwechslungsreiche vegane Kost mit genügend Vitamin B12. Deshalb ist es unsere gesundheitliche und moralische Pflicht, unsere Kinder gesund vegan zu ernähren, um ihnen die besten Startchancen mit ins Leben zu geben.

Natürlich kann man bei einer veganen Ernährung auch erhebliche Fehler machen, so dass sie ungesund wird. Natürlich sind die meisten veganen industriell hergestellten Produkte mit hohem Fettanteil, mit raffiniertem Zucker, mit raffinierten Auszugsmehlen und Zusatzstoffen ungesund. Natürlich sind auch vegane Süssigkeiten, Limonaden und Torten mit raffiniertem Zucker gesundheitsschädlich. Aber es ist intellektuell und wissenschaftlich unredlich, die möglichen Fehler bei einer veganen Ernährung zu verallgemeinern und zu behaupten, dass die nachweislich gesündeste Ernährungsform auch für Kinder ungesund sei.

Studien belegen, dass selbst eine ungesunde vegane Ernährung meistens immer noch gesünder ist als eine omnivore Ernährung. Trotzdem lohnt es sich, eine gesunde vegane Ernährung durchzuführen, so wie sie von Prof. Dr. Campbell, Dr. Esselstyn und mir empfohlen wird. Damit jeder die gesündeste Ernährung sofort umsetzen kann, habe ich die 7 Hauptregeln für die Praxis zusammengefasst und die Website www.VeganGesund.info publiziert.