Mie, A. und Rudén, C. (2026) analysierten die Rohdaten einer von der Industrie durchgeführten Studie zur Entwicklungsneurotoxizität des Fungizids Fluazinam erneut. Nach ihrer Auswertung zeigen die Daten Hinweise auf Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung bei Rattennachkommen, insbesondere eine Verringerung von Gehirngewicht und Gehirnbreite. Die Autoren argumentieren, dass diese Effekte in der ursprünglichen Auswertung und im Zulassungsverfahren nicht angemessen berücksichtigt oder durch die Art der Datenanalyse verdeckt wurden.
Darüber hinaus kritisieren sie das europäische Zulassungssystem für Pestizide. Ihrer Auffassung nach weisen die Bewertungsverfahren Schwächen auf, die dazu führen können, dass potenziell gesundheitlich relevante Ergebnisse aus Industriestudien nicht ausreichend erkannt oder gewürdigt werden. Sie fordern deshalb mehr Transparenz, einen besseren Zugang zu den Rohdaten und eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung von Studien, die für regulatorische Entscheidungen herangezogen werden.
Da es sich um eine Vorveröffentlichung (Preprint) auf Zenodo handelt, wurde die Arbeit noch nicht im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift begutachtet. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sollten daher als vorläufig betrachtet werden, bis sie unabhängig geprüft oder durch weitere Forschung bestätigt wurden.
Referenz: Mie, A.& Rudén, C. (2026). Hidden Neurotoxicity: Re-analysis of an industry study reveals obscured brain developmental effects of fluazinam and failures in EU oversight. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.21069500
