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“Bei einem elf Monate alten Kind im US-Bundesstaat Pennsylvania wurden Entwicklungsstörungen entdeckt. Der Grund sei die vegane Ernährung, die seine Mutter dem Baby aufgezwungen habe, glaubt der Vater.”

Da haben wir wieder den typischen Fall: Krankes (angeblich) veganes Kind, Vermutungen eines Laien und eine intellektuell und fachlich überforderte Presse. Interessant ist auch die Behauptung des Vaters, dass dem Kind die Ernährung “aufgezwungen” worden sei. Ich habe noch nie von einem 11 Monate alten Kind gehört, dass eigenverantwortlich eine Auswahl seiner Nahrungsmittel trifft. Alle Erziehungsberechtigten machen dies in diesem Alter für ihre Kinder.

In vielen Fällen von Berichten über kranke vegane Kindern stellt sich immer wieder bei genauer Überprüfung der Fakten heraus, dass die Kinder gar nicht vegan ernährt wurden.

Zudem stellt sich in diesem Fall die Frage, ob nicht die stark juckende Hauterkrankung, die die Mutter nicht behandeln liess, für die Entwicklungsstörungen allein oder massgeblich verantwortlich war. Denn eine stark juckende Hauterkrankung kann ein Kleinkind so stark quälen, dass es kaum noch etwas isst.

Auch wenn wir in diesem Fall einmal davon ausgehen, dass das Kind tatsächlich vegan ernährt wurde, so sollte man in einem verantwortungsvollen Artikel von verantwortungsvollen Journalisten eine Differenzierung erwarten können:

  1. Handelt es sich um eine gesunde, altersgerechte vegane Ernährung (unter Beachtung der 7 Regeln einer gesunden Ernährung) oder
  2. um eine ungesunde einseitige vegane Ernährung.

Wenn man die wissenschaftlichen Studien und Fakten über Ernährung zugrunde legt, dann ist eine richtig durchgeführte vegane Ernährung in jedem Lebensalter (also nach dem Abstillen bis ins hohe Alter) die gesündeste Kost, ja sogar die einzige gesunde Ernährung. Wenn man allerdings als (fehlinformierte) VeganerIn sich nicht an die einfachsten Regeln einer gesunden Ernährung hält, dann kann das negative Folgen haben. Aber das ist fast immer im Leben so. Wenn man etwas falsch macht, dann hat das Konsequenzen. Wenn sich ein Pilot eines Flugzeugs nicht an die Regeln hält, dann kann das auch fatale Folgen haben. Leider werden nicht nur im Internet unzählige irreführende Informationen über Ernährung verbreitet, so dass es kaum verwundern kann, wenn Menschen darauf hereinfallen und sich gesundheitlich schaden. Genau das ist der Grund, warum ProVegan über die wissenschaftlichen Fakten immer wieder informiert.

Der Unterschiede zwischen einer richtig durchgeführten veganen Ernährung und einer nicht richtig durchgeführten veganen Ernährung sind immens und die Folgen diametral entgegengesetzt: Auf der einen Seite die beste und gesündeste Ernährung und auf der anderen Seite eine Ernährung, die krank machen kann.

Diese Differenzierung wurde aber auch hier wieder einmal nicht vorgenommen, sondern dumm und pauschal von veganer Ernährung gesprochen, die krank macht. Ganz im Sinne der perfiden Propaganda der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die natürlich in dem Artikel auch mit ihren irreführenden Aussagen zitiert wird. Zur unseriösen Propaganda der DGE siehe:

www.provegan.info/de/infothek/detailseite-infothek/die-unserioesen-machenschaften-der-deutschen-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-nachgewiesen-am/

www.provegan.info/de/infothek/detailseite-infothek/dge-ueberfuehrt-sich-selbst-mit-ihrem-eigenen-positionspapier-dge-position-vegane-ernaehrung-v/

In der Tat scheint in dem geschilderten Fall eine mangelhafte Ernährung mit lediglich Früchten und Nüssen von der Mutter durchgeführt worden zu sein. Dazu kam mit Sicherheit noch die Verweigerung der Nahrungsaufnahme durch die quälende Hauterkrankung, so dass Entwicklungsstörungen bei dem Kind nicht verwundern können.

Auch wenn eine vegane Mutter ihr Kind falsch vegan ernährt hat, dann rechtfertigt dies keinesfalls eine pauschale Kritik an veganer (Kinder)-Ernährung! Zurück bleibt dann beim normalen Leser und Ernährungslaien der falsche fatale Eindruck, dass vegane Ernährung für Kinder ungesund sei, obwohl genau das Gegenteil richtig ist.

Ich habe nichts gegen eine Berichterstattung über solche Fälle von falscher veganer Ernährung. Ganz im Gegenteil ist es sogar wichtig, darüber zu berichten. Was ich aber kritisiere ist die unsachliche und irreführende Berichterstattung. Seriös ist nur ein Artikel, der sauber recherchiert ist, der differenziert und den Menschen dann aber auch sagt, wie sie sich und ihre Kinder gesund vegan ernähren können, so dass ihnen später aufgrund einer gesunden veganen Ernährung die vielen chronischen Leiden wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Schlaganfall, Demenz usw. mit hoher Wahrscheinlichkeit erspart bleiben.

http://www.spiegel.de/panorama/vegane-mutter-fuettert-elf-monate-alten-sohn-mit-nuessen-und-obst-a-1115752.html

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