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Text aus dem Spanischen von El Hogar ProVegan:

DURCH SEINE AUGEN

Manchmal ändert sich das Leben über Nacht so brutal und unerwartet. Die Freiheit, ein Naturrecht mit dem wir alle geboren werden, unser wertvollster Besitz zusammen mit unserem Leben, wird uns heimtückisch und in der übelsten Art und Weise gestohlen.

Schau mir in die Augen. Es ist Angst, was Du siehst. Reines Entsetzen und Trauer. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wie ich hier ankam. Ich bin umgeben, sehe Gesichter und Hunderte von Augen auf mich gerichtet. Ich rieche das Adrenalin; der Schrei von Tausend wahnsinnigen Stimmen bringt mich zum Schwitzen und Zittern vor Angst. Ich fühle auch die Panik meiner Brüder und wir wehren uns zusammen. Vielleicht können wir uns zusammen besser beschützen.

Wir greifen nicht an, wir töten nicht, wir wissen nicht einmal, wie man das macht. Unsere scharfen Hörner wurden geschaffen, um kleine artinterne Streitigkeiten zu lösen und uns zu verteidigen. Die Gewalt liegt uns nicht im Blut und wir lehnen Zusammenstöße ab. Wir sind friedlich.

Deshalb renne ich.

Ich renne verzweifelt durch die Straßen auf der Flucht vor Schikanen und Schlägen. Ich denke an die grünen Felder und das winddurchwobene Gras. An die Stille, den Geruch von Lavendel und an das Kitzeln der Ameisen, die an meinen Beine hochklettern.

Ich will zu diesem Ort fliehen.

Aber sie schlagen mich, ich werde in die Enge getrieben, sie rennen hinter mir her, an meine Seite, vor mich – sie sind überall. Schließen mich aus. Das Rote und das Weiße machen mich blind. Ich kann meinen Körper nicht mehr kontrollieren und ich falle. Etwas knarrt in mir und meine Haut reißt auf. Blut, mein Blut. Aber ich muss den Schmerz ignorieren, ich muss schneller rennen.

Ich renne durch die Straßen, brüllend, weinend. Schaum quilt aus meinem Mund, mein Körper beginnt zusammenzubrechen. Meter für Meter schwindet meine Hoffnung. Ich versuche die Horde fern zu halten mit der einzigen Waffe, die ich habe und mein Kopf bewegt sich völlig ungeordnet, von der Angst gefangen.

Ich bin in der Arena, wo die Qual zum Höhepunkt kommt. Alles davor war nur der Anfang. Die Menschenmenge wartet und das Gelächter und der Applaus sind ein schlechtes Omen.

Ich fühle das Ende meines Lebens.
Ich hab kaum noch Kraft zu kämpfen.
Mein Schicksal ist besiegelt.
Ich bin ein Stier und ich bin schon tot.

Gegen das Foltern und Töten von Stieren in San Fermin!!!

»Der Mensch: ein heruntergekommenes Tier.«
Dr. phil. Karlheinz Deschner, Historiker, Literaturwissenschaftler, Philosoph und mehrfach preisgekrönter Autor (1924–2014)

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